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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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Gleiches gilt von jenen Hilfsstoffen der Industrie, derenMehreinfuhr ein Beleg gerade des industriellen Aufschwungsist. Hierzu gehören z. B. Kratzen, Maschinentreibriemen, feuer-feste Steine, welche neuerdings beträchtlich eingeführt werden,Kohlen und Coaks, vor allem aber Maschinen, welche1896 mit einer Einfuhr von ca. 30 Millionen Mark, abgesehenvom Edelmetall, den wichtigsten Posten der deutschen Ein-fuhr nach Rufsland ausmachten.

Für letztere Einfuhrwaren brachte der deutsch-russische Handelsvertrag zum Teil nicht unerhebliche Zollherabsetzungen.Ist es doch unbestritten, dafs der russische Maschinenbau denBedürfnissen Rufslands bei weitem nicht entspricht. Auchbefördert die verstärkte Einfuhr von Maschinen die Er-richtung von zahlreichen, über das ganze Land zerstreuten,der Remonte dienenden Werkstätten, woran Rufsland grofsesInteresse hat.

Zeitgemäfs war es, dafs dynamoelektrische Maschinendurch Versetzung in Art. 167, 2 des russischen Tarifsden übrigen Maschinen gleich gestellt wurden. ElektrischeKraftübertragung und Reingewinnung von Metallen aufelektrolytischem Wege sind für Rufsland wichtige Aufgabender nächsten Zukunft, während eine russische Industrie aufdiesem Gebiete fehlt 1 .

Auch hinsichtlich zahlreicher Erzeugnisse der chemischenIndustrie liegen Einfuhrerleichterungen im Interesse derrussischen Industrie. Wäre der Aufschwung der Baumwoll-industrie, vor allem die Ausfuhr in die farbenfreudigenLänder des Ostens möglich ohne den Regenbogen, welchendie europäische Wissenschaft aus dem unansehnlichen Teerstoffhervorgezaubert hat?

Der industrielle Fortschritt geht eben nicht sprungweise,sondern schrittweise. Er ergreift, wie wir sahen, zunächst

1 Vergl.Materialien zur Beurteilung des Entwurfs eines deutsch- russischen Handelsvertrags", herausgegeben im Auftrage von Mitgliederndes Zollbeirats, S. 40.