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Volkswirtschaftliche Studien aus Rußland / von Gerhart v. Schulze-Gävernitz
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hat in wenigen Jahren und aus geringen Anfängen herausdie amerikanische heute ungefähr erreicht.

Auch die Rückstände der russischen Petroleumraffineriesind von steigender Bedeutung. Schon heute beherrscht Rufs-land in Schmierölen den Markt. Naphtharückstände sind zudemwertvoll, z. B. als konzentriertes Feuermaterial für die Kriegs-marine, deren Beweglichkeit sie fördern, bedeutungsvoll fürwichtige Zweige der chemischen Industrie alles Aussichtenauf eine wachsende Ausfuhr.

Um so befremdender ist es, dafs neuerdings die Petroleum-ausfuhr Rufslands wieder zurückgegangen ist. Das russischePetroleum, welches vor einigen Jahren ein Viertel des west-deutschen Bedarfes deckte, ist heute aus Rotterdam ver-schwunden h Nach einer Mitteilung des russischen Finanz-boten betrug von der Ausfuhr beider Länder:

Nur allzunahe liegt diesen Ziffern gegenüber der Gedankeeines planmäfsigen Zusammenhanges zwischen den amerika-nischen und russischen Exporteuren, zumal da anerkannter-mafsen viel englisches und amerikanisches Kapital in derrussischen Naphthaindustrie angelegt ist. Bei einerTeilungder Märkte" wäre Rnfsland zu kurz gekommen 2 .

Nicht zu übersehen ist ferner die russische Gold-produktion. Dieselbe kann heute, nachdem das Währungs-metall beschafft ist, wieder der Ausfuhr dienen, abgesehen vonden Beträgen, die der steigende Bedarf an Umlaufsmitteln,sowie die Thesaurierung jährlich verschlingt 3 . Letzterer Be-

1 Frankfurter Zeitung vom 16. Dezember 1898.

2 Man vergl. über diese schwierige Frage die interessanten Artikelder Frankfurter Zeitung vom 24., 25., 26. November 1898, sowie dieAntwort des Staatsrates Timirjasjeff.

3 Die aufserordentliche Zunahme der Sparkasseneinlagen (vergl.Bulletin Busse 1897 S. 221) beweist, dafs die Thesaurierung zuSparzwecken auch in Bufsland durch neuere Methoden der Geldanlage

die Ausfuhr Amerikas ,

die Bufslands.

1888 79,2%

1892 69,8 %

1897 75 %

20,8 %30,19%25 %.