auf die wichtigsten Verzweigungen der antiindividualistischenGesellschaftsauffassungen im zweiten Buche eingehe.
Eines noch möchte ich hinzufügen. Wir werden im fol-genden eine Reihe interessanter, philosophischer und social-politischer Lehren kennen lernen. Ich kritisiere sie nicht.Sie interessieren mich, mögen sie nun richtig oder falsch sein,nur unter dem Gesichtspunkte und insofern, als sie auf diesociale Entwicklung thatsächlich eingewirkt haben. Darinbesteht ja eben der gröfste Fortschritt der heutigen Volks-wirtschaftswissenschaft, den sie dem deutschen Denken ver-dankt: sie deduziert nicht mehr aus einer fingierten Menschen-natur, sondern nimmt alles für sich in Anspruch, was sie aufGrund der Geschichte als von Einflufs auf die Gestaltung dersocialen und wirtschaftlichen Verhältnisse erkannt hat.
Schliefsen aber möchte ich die Vorrede nicht, ohne michder willkommenen Aufgabe des Dankes an die zu unterziehen,welchen ich für das Zustandekommen vorliegender Arbeit ver-pflichtet hin. Mein Grofsvater hat seiner Zeit die Bedeutungder sittlichen Faktoren neben den von der zeitgenössischenNationalökonomie allein anerkannten von Kantischem Bodenaus betont — ein Boden übrigens, in den auch der im folgen-den zu schildernde Gedankenumschwung, wie wir sehen werden,zurückreicht. Schon aus diesem Grunde lag mir stets dasGebiet der Volkswirtschaft nahe, in welches ich durch dieVorlesungen des Herrn Prof. Schmoller eingeführt wurde.Die Anregung zum besonderen Studium der socialpolitischenFragen aber fand ich in den Werken und in persönlichem Um-gang mit Herrn Prof. Brentano , als dessen Schüler ich michmit Dankbarkeit bekenne. Auf seinen Strafsburger Vor-lesungen beruht, wie der Leser sehen wird, der einleitende Teilmeines Werkes. Auch bin ich dem genannten Herrn für diegütige Durchsicht sämtlicher Druckbogen vorliegenden Werkes