Schwierigkeit. Ich hätte zur Beantwortung dieser Frage diegesamte geistige wie sociale Entwicklung Englands in diesemJahrhundert schildern müssen. Teilschilderungen waren ge-geben ; ich nenne vor allem Brentanos Buch über die Gewerk-vereine und das Baernreithers über die Friendly societies,Untersuchungen, die ich im folgenden, um Wiederholungenzu vermeiden, voraussetze. Aber hinter diesen Entwicklungenauf dem Gebiet der äufseren Formen des socialen Lebensliegt eine innere, sie tragende und vereinigende Entwicklung:der ungeheuere Gedankenumschwung, welcher von der indi-vidualistischen Nationalökonomie und utilitarischen Weltan-schauung zu einer socialen Auffassung der Gesellschaft wieder Stellung und Pflichten des Einzelnen in ihr geführt hat.Baernreither erkennt diese letztere Entwicklung als „die Vor-aussetzung für das Verständnis jedes socialen Instituts undjeder socialen Bestrebung in der Gegenwart Englands " an.
Statt daher vielerlei zu geben, schien es mir nützlicher,diese wichtigste Entwicklung verständlich zu machen. Ihrgehören die beiden ersten Bücher vorliegenden Werkes,welche demnach vorwiegend Bewegungen auf dem Gebietedes geistigen Lebens verfolgen. Sind es doch nach Comtedie „Ideen", welche die menschliche Geschichte gestalten.Jedenfalls mufs man ihnen einen bedeutenden Einflufs aufdie Struktur der Gesellschaft und damit die wirtschaftlichenVerhältnisse zuerkennen, welchen geschichtsphilosophischenStandpunkt man auch einnehme. Erst im dritten Buche gebeich einen Überblick über die äufseren, socialen Verhältnisseder Gegenwart. Aber auch jener ersten Aufgabe gegenüberblieb ich dem Grundsatze treu, statt durch Einzelheiten zuverwirren, die Hauptsachen in möglichst helles Licht zu setzen,weshalb ich dem gemeinsamen Durchgangspunkte der Entwick-lung, Thomas Carlyle , ein besonderes Buch widme, dagegen