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Philosophen des achtzehnten Jahrhunderts zuschreibt, die dochnur ihre Verbreiter waren". Hobbes , selbst Freidenker, einVertreter sensualistischer und materialistischer Anschauungen,der mit den überlieferten geistlichen Autoritäten völlig ge-brochen hat, ein Aufklärer im vollsten Sinne des Wortes,unterwirft das auf diese Weise scheinbar befreite Individuumvöllig der Allmacht des Staates. In dem von ihm gelehrtenGesellschaftsvertrag manifestiert sich dasselbe einerseits alsSouverän und erniedrigt sich andererseits zum rechts- undwillenlosen Sklaven der Staatsgewalt. Dieselbe setzt den„gesetzlichen Aberglauben" fest, welchen der Unterthan an-nehmen und ausüben muss; innerlich mag er glauben, was erwill. Also reinster Subjektivismus erscheint hier aus demGesichtspunkt der Nützlichkeit mit vollstem Despotismus ver-bunden. Hobbes ist der Vater aller Freidenker Englands ge-blieben bis auf den heutigen Tag. Sein Einflufs auf die eng-lische Gesellschaft war ungeheuer, wenn auch, wie in solchenFragen immer, kaum zu entscheiden ist, wie weit seineLehren nicht eine Abstraktion bereits vorhandener Zustände,ein Spiegelbild der bestehenden Gesellschaft waren. Dietonangebenden Klassen, dem Skepticismus zugethan, warendurch unzählige Bande des Interesses mit der Staatskircheverbunden, welche nach aufsen mit Ehrerbietung behandeltwurde. War doch die Kirche mit ihren enormen Einkünftendie Versorgungsanstalt der jüngeren Söhne der herrschendenAristokratie. Die unteren Schichten der Gesellschaft, ins-besondere auf dem Lande, waren in den Banden der über-lieferten religiösen Vorstellungen befangen, in den Augen deroberen Klassen durch sie im Zaume gehalten. Der zwischenbeide sich als homo novus einschiebende Industrielle betrach-tete jeden Zweifel an der Religion und jede spekulative Be-mühung als „unpraktisch" — Anschauungen, wie sie im