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falls aber sorgte die irische Einwanderung dafür, dafs dieMenge der Beschäftigungslosen auch bei steigender Nachfragenie gänzlich verschwand — eine Thatsache, welche für denenglischen Arbeiter die Ausnutzung günstiger Konjunkturenfast zur Unmöglichkeit machte.
In ähnlicher Richtung wirkte die unausgesetzte Vervoll-kommnung der bereits gebrauchten und die Erfindung neuerMaschinen, welche oft mit einem Schlage Tausende bisherbeschäftigter Arbeiter der Armenpflege zuführte. Wuchs aberin irgend einem Zweige der Industrie, insbesondere der so-genannten gelernten Industrie, die Nachfrage nach Arbeit, soveranlafste jede etwa eintretende Lohnerhöhung den Abschlufszahlreicher Ehen; denn der Arbeiter, isoliert wie er damalsnoch war, konnte noch nicht erkennen, was sein individuellesWohl, geschweige denn das seiner Klasse erheischte. Erlebte von der Hand in den Mund; die Zukunft, fürwelche er erst später durch ein grofses System der Ge-nossenschaftung sorgen lernte, war ihm noch gleichgültig,und für den Augenblick schien der Eheabschlufs seine wirt-schaftliche Lage eher zu verbessern als zu verschlechtern.So kann man in der That sagen, dafs die niederste Grenze,unter die der Lohn nicht sinken konnte, durch Tod undElend, die höchste dagegen durch den Leichtsinn der Arbeiterim Heiraten bestimmt wurde. Die ungeheure Fruchtbarkeitder arbeitenden Klassen, welche wir gerade in den erstenJahrzehnten dieses Jahrhunderts wahrnehmen, — zusammen-hängend auch mit höchst ungeregelten geschlechtlichen Ver-hältnissen — sorgte an sich schon dafür, dafs der Lohn seltenund wenig über das Minimum der Lebenshaltung hinaufging,häufig unter dasselbe hinabfiel, und was das schlimmste war,dieses selbst, bei seiner relativen Natur, tief herabdrückte.Notwendige Folge dieser Verhältnisse war der Pauperismus,