Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
52
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wurden die Kinder des Regiertwerdens überdrüssig; mit einem:Daran you, we have you to keep" verliefsen sie die Elternund machten sich oft mit vierzehn und fünfzehn Jahren un-abhängig. Den Mädchen blieben natürlich die gewöhnlichstenPflichten des häuslichen Lebens fremd. Haushaltführung, Zu-bereitung der Nahrung u. s. w. Dinge, ohne die selbst einreichlicher Lohn der Arbeiterfamilie wenig nützt hattensie nie gelernt; auch wenn sie sich verheirateten, hätten siekaum Gelegenheit gehabt, dieselben anzuwenden. Denn wiedie oben angegebene Statistik zeigt, war Frauenarbeit dieverbreitetere, und so kam es oft dahin, dafs der Mann zuHause safs, kochte und Strümpfe flickte, während die Fraudraufsen den Unterhalt der Familie verdiente. Es hättendamals, sagt Lord Ashley 1 , die Frauen häufig des Abendsdas Wirtshaus besucht, um dort, wie sonst die Männer, ihreKlubs zu halten, öffentliche Fragen zu diskutieren etc., wäh-rend die Männer daheim die Kinder hüteten.

In dieser und ähnlicher Weise rann das Leben derMeisten einförmig und freudlos dahin, zeitweilig durch Ar-beitslosigkeit und damit eintretenden völligen Mangel unter-brochen. Keine höheren Anregungen drangen in jenen Jahrenin die arbeitenden Kreise. Noch war die Kirche nicht zuneuem Leben erwacht und aufser ihr besafs die regierendeKlasse überhaupt keine Fühlung mit der Masse. Alle Beob-achter sind darin einig, dafs Vaterlandsgefühl in der Arbeiter-bevölkerung damals völlig vermifst wurde. Das Gesetz warihr lediglich die Fessel, die sie in ihrer Lage gewaltsamzurückhielt, oder wie Engels es ausdrückt, was die Peitsche

1 Rede des Lord Ashley im Unterkause vom 15. März 1844. VerglLetters and speeches of the Earl of Skaftesbury S. 145.