gendeu Worten H. Taines 1 : „Von 1780 bis 1830 hat Deutsch-land die Ideen unseres Zeitalters hervorgebracht, und nocliwährend eines Halbjahrhunderts, vielleicht während eines Jahr-hunderts, wird es unsere Sache sein, sie nachzudenken. — —Die Entwicklung des geistigen Fortschritts ist immer dasselbegewesen und man kann mit ziemlicher Sicherheit das, wasman in der Vergangenheit beobachtet, für die Zukunft vor-aussagen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt erscheint eineoriginale Form der Auffassung (une forme d'esprit originale),welche eine Philosophie, eine Litteratur, eine Kunst, eineWissenschaft hervorbringt und die, nachdem sie das mensch-liche Denken umgestaltet hat, alle Gedanken des Menschenumgestaltet. Alle Geister, welche forschen und finden, be-finden sich in ihrer Strömung. Die Bewegung dauert fort,so lange etwas zu finden bleibt". — — So hat nach Tainedie Renaissance sich ausgebreitet bis zur Reformation, dieaus ihr hervorgehende klassizierende Richtung bis zur fran-zösischen Revolution. „So erhob sich gegen Ende des vorigenJahrhunderts das philosophische Genie Deutschlands , welches,nachdem es eine Metaphysik, eine Theologie, eine Poesie,eine Litteratur, eine Linguistik, eine Exegese, eine Erziehungneu hervorgebracht hatte, heute in Fortsetzung seiner Ent-wicklung zu den Wissenschaften hinabsteigt. Keine originalereund allgemeinere Geistesbewegung, keine die in ihren Fol-gerungen für alle Gebiete fruchtbarer gewesen wäre, hat sichwährend der letzten drei Jahrhunderte gezeigt. Die Bewegungist von derselben Art wie die Renaissance und das klassi-zierende Zeitalter, sie knüpft an sich alle Gegenstände deszeitgenössischen Denkens. Sie erscheint, wie jene, in allencivilisierten Ländern, pflanzt sich, wie jene, unter verschie-
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