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1 (1890)
Entstehung
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grofser Unterschied zwischen demMann der Logik" unddemder Einsicht", demFolgerer" und demEntdecker".Rein logische Argumentation ist schlechterdings aufserstande,positives hervorzubringen, sie gleicht einer Mühle, welche ge-gebenes Material verarbeitet.

Um die Kluft zwischen positiven und negativen Zeitenzu ermessen, vergleiche man die, welche sie geistig beherr-schen, sagt Carlyle, Christus und Jeremias Bentham , in wel-chem letzteren er nicht mit Unrecht, den Hauptvertreterdes modernen Materialismus und des Utilitariertums sieht.

Wenn die Formen des Glaubens ins Wanken geraten,so werden damit auch die Formen, nach denen sich das Han-deln der Menschen bewegt, die Sitten im weitesten Sinneschwankend. Denn ihr Inhalt ist vom Glauben abhängig.Damit treten die egoistischen Motive wieder mehr und mehrin den Vordergrund, gewinnen wachsende Bedeutung. Denutilitarischen Rechts- und Moraltheorien, welche, wie obengezeigt, in solchen Zeiten aufkommen, entspricht in demLeben ein utilitarisches Handeln. In demselben Verhältnisals dem einzelnen die äufsere Welt mechanisch wird und dielebende Gottheit sich aus ihr zurückzieht, in demselben Ver-hältnis strebt das Ganze, dem der einzelne angehört, dahin,aus einem lebenden Organismus zu einem mechanischen Kon-glomerat zu werden. Je mehr die Auflösung fortschreitet,desto mehr also nähern sich die in dieser Periode herrschen-den Theorien der Wahrheit, welche die Gesellschaft auf einSpiel individualistischer Kräfte zurückführen. Träte jedochder Fall ein, dafs die genannten Theorien sich einmal völligmit den Verhältnissen deckten, d. h. dafs alle altruistischeMotivation aufgehört hätte, so wäre dies das Ende socialerZustände, und die Menschheit wieder bei vorgesellschaft-lichen Zuständen angelangt. Der Mensch ist einfach Tier,