Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
216
Einzelbild herunterladen
 

216

keine Fuhre finden. Zei streut traben sie über die Land-straisen zwischen Zäunen zur Rechten und Linken. Endlichvom Hunger getrieben, springen sie über die Zäune undfressen fremdes Eigentum das übrige ist bekannt. Ach,es ist kein heiterer Scherz; trauriger als Thränen vielmehrist das Gelächter, das der Menschheit aufgezwungen wird,durch die Anwendung des laissez-faire auf eine Welt, wieunser Europa im Jahre 1839" L

Sobald es der Vorteil gebietet, suchen die Menschenheute so schnell und leicht wie möglich auseinanderzukommen.Aber auch hier wird der Besitzende allein in der Lage sein,diese Möglichkeit zu seinen Gunsten geltend zu machen.Hieraus entspringt die der heutigen Zeit innewohnende Ten-denz, alle früher dauernden Verhältnisse in möglichst kurzerFrist kündbar zu machen. Carlyle weist darauf hin, wie ge-rade die Entwicklung zur Civilisation sich darin geltendgemacht hat, dafs die Verhältnisse zwischen den einzelnendauernderer Natur wurden. Der Nomade ist freier als dersesshafte Mann; er besitzt sogar ein Haus, das auf Rädernsteht und das er nach Belieben mit sich nehmen kann. Innoch höherem Mafse geniefst der Affe der Freiheit. AllerFortschritt besteht nun darin, dafs diese Art von Ungebun-denheit allmählich aufhöre.Der civilisierte Mensch lebtnicht in Räderhäusern. Er baut steinerne Schlösser, bepflanztÄcker, schliefst Ehen auf Lebenszeit, hat hundertfache, auslanger Zeit sich herschreibende Besitzungen, die nicht aufdem Geldmarkte taxiert werden können; er besitzt Stamm-bäume, Bibliotheken, Gesetzbücher; er hat für diese ErdeErinnerungen und Hoffnungen, die über Tausende von Jahrenhinausreichen"; hierdurch mit seinesgleichen in der man-

1 Vergl. Chartismus Kap. VI.