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Trii der Nation verloren, als in Frankreich . Daher istdieses Land der eigentliche Ausgangspunkt der revolutionärenArbeiterbewegung geworden. Das gröbste Übel an demFrankreich heute leidet, geht auf die Unterbrechung desjeni-gen Zusammenhangs zurück, welcher auf kirchlichem Gebietdurch die erste Revolution verursacht wurde. „Dafs eineganze Generation von Denkern keine Religion mehr hatte,weder zum glauben, noch selbst zum bekämpfen, dafs in demdenkenden Frankreich sich das Christentum zu einer frem-den, auswärtigen Tradition verflüchtigt hatte, ist die traurigsteThatsache für die Zukunft dieses Landes. Beweis hierfürsind die politischen und moralischen Philosophien, der St. Si-monismus, der Robert Macairismus und die sogenannte „Lit-teratur der Verzweifelung". Selbst der Verlust des König-tums war nur ein leichter Schade, verglichen mit dem derKirche, an dem Frankreich noch lange rettungslos leidenwird, den übrigen Völkern ein warnendes Beispiel 1 ".
Aufgehört aber haben in zweiter Linie auch diejenigenOrgane, welchen die weltliche Führung der Nation zusteht,ihren Beruf zu erfüllen. Die unteren Klassen werden that-sächlich nicht mehr geleitet; denn das „laissez faire" aufwirtschaftlichem Gebiete ist ja eben nichts anderes als eine„Abdankung vonseiten der Regenten". „Sie geben damit zu,dafs sie hinfort zur Herrschaft unfähig sind, dafs sie über-haupt nicht dazu da sind, um zu regieren, sondern um —man weifs nicht was — zu thun."
Mit dem bittersten Hohn übergiefst Carlyle die Regie-rung seiner Heimat wegen ihrer Unthätigkeit auf socialemGebiet. „Da sitzen Menschen in Downing-Street (d. i. demMinisterium) und machen Protokolle, verfassen syrische und
1 Vergl. Chartismus Kap. VI.