Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
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lang. Denn wie richtig gesagt wird, jeder Streit beruht aufMifsverstäudnis. Wenn die Parteien sich verstünden, würdeer zu Ende sein. Kein Mensch will im Grunde Ungerechtig-keit, er kämpft immer für ein unklares, verzerrtes Bild irgendeines Hechtes, ein undeutliches Bild, das in der wunderbarstenWeise durch natürliche Selbstsucht bis zur Unkenntlichkeitentstellt sein kann, zehnfach entstellt in der Erbitterung desStreites, und doch ist es noch das Abbild eines Rechtes.Könnte ein Mensch sich eingestehen, dafs die Sache, für dieer kämpft, falsch sei, dein Gesetz der Vernunft entgegen, sowürde er auch damit eingestehen, dafs sie verurteilt undhoffnungslos sei; er könnte nicht länger für sie kämpfen.Ja, ganz abgesehen vom Recht, könnten die streitenden Par-teien nur dahin gelangen, genau ihre beiderseitige Macht undStärke zu erkennen, so würde die schwächere der stärkerenund der Notwendigkeit nachgeben. Auch in diesem Fall wäreder Streit vorüber. Keine Expedition wird jetzt, wie in denTagen Herodots,gegen den Südwind" ausgerüstet. EineExpedition in diesem Fach war hinreichend. Der SüdwindSamum fährt fort gelegentlich zu blasen; aber eine Expeditionwar genug. Sind wir nicht alle dem Tode unterworfen?Das schwerste Urteil des Gesetzes, das Todesurteil, ist überuns alle durch die Thatsache der Geburt verhängt, und dochleben wir geduldig darunter, erleiden es geduldig, wenn dieStunde kommt. Ein klares unleugbares Recht, eine klareunleugbare Macht: jedes von ihnen festgestellt macht demKrieg ein Ende. Jeder Krieg ist ein verworrener Versuch,diese beiden aufser Zweifel zu setzen. Was sind die Rechte,was die Macht der unzufriedenen, arbeitenden Klassen Eng-lands ? Der würde ein Ödipus, ein Befreier von der socialenKrankheit sein, welcher uns hierüber vollständigen Aufschlufsgäbe! Denn wir können voraussagen: der Kampf, welchen