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jeder Arbeiter, welchem die „Organisation der Arbeit" in derHeimat noch nicht genügend fortgeschritten wäre, fände eineBrücke, die für ihn bereit wäre, sodafs er nicht ein roher,der physischen Kraft huldigender Chartist zu werden brauchte.Für Carlyle war die Übervölkerung kein Schreckgespenst,vielmehr ein Zeichen der im Volksleben vorhandenen Kraft,ein Überschufs an Kraft, welche, wenn nicht nach aufsen ab-gelenkt, allerdings nach innen schädlich werden kann. DieIdee eines die Welt umspannenden „Greater Britain", fürwelches London , wie Mykale einst das Panionion, das „ AI 1-Saxonhome", die „Allsachsenheimat" sein werde, übte aufCarlyle eine gleiche Wirkung wie auf die patriotische Phan-tasie der meisten Engländer, ja dürfte auf Carlyle zum gutenTeil zurückgehen, da dieser die nationale Zusammengehörig-keit aller englisch redenden Völker, jener „Kinder des Harz-felsens", wie er sie nannte, als der erste betont hat.
Das schwierigste aber und zugleich wichtigste Problemfür den staatlichen Eingriff bildet der Pauperismus. Der-selbe ist nicht mit anderen Schäden, an welchen wir leiden,als gleichgeordnet zu erachten; er ist vielmehr der Punkt, indem sämtliche Fehler unseres socialen Systems zur Erschei-nung kommen. Hätten diejenigen, welche zur äufseren undinneren Führung des Volkes berufen sind, thatsächlich ge-führt, so gäbe es keinen Pauperismus. Nun aber jene dasnicht gethan haben, vielmehr von Selbstsucht beherrscht, nurden Platz der Führer inne haben, ohne deren Funktionen zuverrichten, so fallen alle die, welche am wenigsten fähig sind,sich seiher zu führen, jene „geborenen Sklaven, die keinenHerrn mehr finden können" dem Elend anheim. Diese Er-scheinung breitet sich aus, je mehr die ererbten socialenBande schwinden, bis endlich ein Ergebnis erreicht ist, indem sich das individualistische Gesellschaftssystem selber