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Wenn schon die Gründung der Grofshandels-Genosseu-schaft dem Bedürfnis nach weiterer Organisierung der Genossen-schaften entsprungen war, so erfolgte im Jahre 1869, hauptsäch-lich auf Anregung des Herrn Greening, eine Zusammenfassungdes gesamten Genossenschaftswesens auf Grund der gemeinsamenGrundsätze. Die Genossenschaftskongresse, welche schon dieChristlichsocialen einzuführen versucht hatten, wurden 1869wieder aufgenommen. Der erste wurde in London , der fol-gende 1870 in Manchester abgehalten. Bedeutungsvoll war,dafs bereits 1870 die Gewerkvereine durch eine Deputationvertreten waren, wodurch zum Ausdruck kam, dafs es sichum eine Bewegung der Arbeiterwelt handelte. Seitdem wurdendie Kongresse alljährlich am Ostermontag abgehalten; siewerden, bezeichnend für den Geist der Bewegung, stets durchFestpredigten eingeleitet, in denen der Zusammenhang zwi-schen Christentum und Kooperationsbewegung behandelt zuwerden pflegt 1 .
Da die in einjährigen Zwischenräumen tagenden Kon-gresse für die Vertretung des Genossenschaftsinteresses nichtausreichten, so wurde 1870 ein ständiger Genossenschaftsaus-schufs (Central Cooperative Board) errichtet. Der Zweck des-selben ist, die Wünsche der Genossenschaften hinsichtlich derGesetzgebung zu vertreten, die Gegenstände, die der Kongrefsbehandeln soll, vorzubereiten und die Ideen der Bewegungdurch Vorträge und Flugschriften zu verbreiten. So ver-öffentlicht der Ausschufs Musterstatuten und erteilt auf An-
1 Beiläufig sei als ein Zeichen, was englische Kanzelredner ihrenZuhörern hei solchen Gelegenheiten bieten dürfen, erwähnt, dafs manchedieser Predigten nicht selten, wie z. B. die mir vorliegende, am 24. Mai1885 vom Bischof von Manchester gehaltene, mit einem bedeutendenstatistischen Apparat versehen ist, welchen der Prälat von der Kanzelherab seinen Zuhörern zum Besten gab. Jetzt finden die KongressePfingstmontag statt.