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mehr als theoretische Bedeutung, wenn Mill 1865 ermutigendschrieb: „Möglicherweise und vielleicht in weniger entfernterZukunft, als man annimmt, werden wir durch das Ge-nossenschaftsprincip unseren Weg zu einer gesellschaftlichenVeränderung finden, welcher Freiheit und Unabhängigkeitdes Individuums mit den sittlichen, intellektuellen und wirt-schaftlichen Vorzügen vereinigter Produktionsweise verbindenwird. Ohne Gewalt und Beraubung, ja ohne plötzlicheStörung der bestehenden Gewohnheiten und Erwartungenwürden wenigstens auf dem Gebiete der Gütererzeugung diebesten Wünsche des demokratischen Geistes damit verwirk-licht, die Teilung der Gesellschaft in Fleifsige und Träge undalle socialen Unterschiede aufser denjenigen beseitigt werden,welche durch persönliche Dienste und Anstrengungen redlichverdient sind."
Nicht in die äufsere Geschichte der Bewegung in den60er Jahren fällt die Gründung von Konsumvereinen durchdie Mittelklassen, sogenannten civil stores. Dieselben sind vonden ähnlichen Vereinen der Arbeiter streng getrennt, indemsie lediglich auf geschäftlichen Erwägungen beruhen, währenddie letzteren von dem Gedanken einer anzubahnenden Gesell-schaftsreform getragen sind und sich durch einen gewissensektenhaften Charakter auszeichnen. Dagegen sind folgendeZeugnisse von der wachsenden Bedeutung der Bewegung zuerwähnen. Im Jahre 1867 wurde eine Feuer- und Lebens-versicherung auf Gegenseitigkeit von den Genossenschaftern,1871 eine der Propaganda dienende Zeitung, die CooperativeNews , in das Leben gerufen. Auch dieses Unternehmen selbstist insofern nach cooperativen Grundsätzen eingerichtet, alsallein Genossenschaften als Anteilbesitzer zugelassen sind,deren Kapital fest mit 5 °/o verzinst wird. Überschüsse werdenauf die Vervollkommnung des Blattes verwendet.