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listen haben wir oben gedacht und sein mittelbarer Einflul'sist noch heute wahrzunehmen.
Der Grundgedanke, welcher überall in der Genossenschafts-litteratur wiederkehrt, ist der, dafs jener Zustand der Gesell-schaft, in dein der eine mit dem andern im Kampfe um dasDasein liegt, den frühen und ungesellschaftlichen Zuständen derMenschheit angehöre, dafs der Fortschritt darin bestehe, diesenKampf zurückzudrängen, sodafs jeder Einzelne anstatt aufKosten des andern sein Dasein zu fristen, mehr und mehr inGemeinschaft und mit Hilfe des andern lebe. Noch heutewürde der Mensch in hohlen Bäumen hausen, soweit er vondem Stärkeren nicht daraus verjagt würde, von Wurzeln undEicheln leben, soweit er sie vor seinem Nachbar verteidigenkönnte — wären rein individualistische Motive allezeit dieherrschenden geblieben. Aber ihnen gegenüber entstand undwuchs eine andere Macht, das „Princip der Einigung", wiees die Genossenschafter nennen, dem anstatt der Selbstsuchtdie Selbstverleugnung (selfdenial) zu Grunde liegt. Dieserletzteren, obwohl sie sich nur langsam aus der Verbindungmit der andern herausentwickelt, sind alle Fortschritte derMenschheit zu danken. Die behauptete Zurückdrängung desKampfes um das Dasein hat Neale mit der SpencerschenPhilosophie in Zusammenhang gebracht, welche heute inEngland und Amerika bedeutenden Einflul's besitzt. HerbertSpencer betrachtet alle Erscheinungen der organischen wieder anorganischen Welt unter dem Gesichtspunkte der Ent-wicklung (evolution), deren Hauptseiten die „Differenzierungder Teile" und „die Integrierung des Ganzen" bilde. Nealehebt nun im Anschlufs hieran hervor, dafs der Kampf umdas Dasein, entsprechend der Darwinschen Lehre, zur Differen-zierung der Individuen führe. Die Verschiedenheiten derOrganismen, der Arten wie der Individualitäten, seien aus