ihm zu erklären. Daneben aber beginne der komplemen-täre Prozefs sieh geltend zu machen: die Integrierung, durchwelche die Teile sich zu neuen, überorganischen Ganzen zu-sammenschlössen. Staat und Recht seien aus ihr hervor-gegangen, Religion sei ihr subjektiver Ausdruck, ebenso wiedie Kunst, welche die Idee des Ganzen objektiv zu ver-körpern suche, und selbst die Wissenschaft, die nichts anderesbedeute, als das Zusammenschliefsen unverbundener Erfah-rungen zu organischen Ganzen.
Wenn die Geschichte der Menschheit Überwindung desKampfes ums Daseins bedeutet, so ist ein Ereignis als daswichtigste aus derselben herauszuheben: der Augenblick, dadas „Princip der Einigung" als die Grundlage der Gesell-schaft zum ersten Male ausgesprochen und seine Durchführungals Ideal der Menschheit aufgestellt wurde. Dies ist die Be-deutung des Christentums, die geradezu einzigartig und unver-gleichlich ist. „Achtzehnhundert Jahre sind vorübergegangen,seitdem der Apostel Paulus den Grundgedanken der genossen-schaftlichen Handlungsweise (im Gegensatz zur individua-listischen) mit einer Klarheit und Vollendung ausgesprochenhat, über die wir nicht hinaus können, und doch — um dasWort des verstorbenen Beecher Stowe zu gebrauchen —„predigen wir zwar Rahm , aber handeln dünne Milch" k
Aber verloren gegangen ist die lange Zwischenzeit nicht.Zwischen der Idee des grofsen Apostels und ihrer beginnen-den Verwirklichung liegen „die Abschaffung der Sklaverei —die Entstehung der grofsen Staaten, welche die bürgerlicheOrdnung, die das kaiserliche Rom hervorgebracht hatte, mitder modernen Freiheit verbinden — die wissenschaftlichenEntdeckungen, durch welche die menschliche Vernunft die
1 Neale auf dem Genossenschaftskongrefs 1888.