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1 (1890)
Entstehung
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Natur zu beherrschen und Gütererzeugung wie Austausch in

fast unbeschränkter Weise zu erleichtern gelernt hat,

die wachsende Tendenz auf dem Gebiete der theologischenSpekulation die Theorie der Praxis unterzuordnen, das Auf-hören des Glaubens, dafs politische Mittel sociale Krankheitenbeseitigen können. Wir, die wir solche Errungenschaften be-sitzen, leben heute inmitten von Äufserungen einer neuensocialen Macht: durch genossenschaftliche Unternehmungeignen sich die arbeitenden Klassen jenen gewerblichen Gewinnan, aus denen die Massen des vorhandenen Kapitals ent-sprungen sind; diese Macht, welche unter den Bedingungenarbeitet, wie sie die achtzehn Jahrhunderte seit St. Paulusentwickelt haben, wird so dürfen wir hoffen das grofseIdeal des grofsen Apostels verwirklichen in einer Ausdehnungund Schnelligkeit, welche in keiner Periode bisher möglichgewesen wäre". Diese Worte aus der Feder Neales finden sichin der Einleitung zum Bericht über den zwanzigsten Kon-grefs der Genossenschafter (1888), und zeigen, dafs die christ-liche Grundlage der Bewegung nach wie vor festgehalten wird.

Der dogmatische Standpunkt aber wird jedem einzelnenüberlassen und es besteht, wie schon bei den alten christlichenSocialisten, eine grolse Weitherzigkeit in dieser Beziehung.Jedoch dürfte es zwei Grenzen nach beiden Seiten geben;das katholisierende Hochkirchentum, wie es von Maurice be-kämpft wurde, dürfte nach meiner Erfahrung nirgends unterden Genossenschaftern, welche ja dem Arbeiterstande ange-hören, Anhänger besitzen. Das Minimum von Christentumdagegen mögen folgende öfters citierte Worte enthalten, welcheder französische Genossenschafter Leclaire auf dem Toten-bette aussprach:Ich bekenne mich als demütigen Schülerdessen, der uns gelehrt hat, andern zu thun, wie wir selbstmit uns gethan haben wollen, und unsern Nächsten wie uns