— 352 —
sich durch nicht höhere Zahlungen als den jetzigen Mietzins zumEigentümer zu machen, diese Vorschläge scheitern, obgleichrechnerisch unanfechtbar; dahingehende Versuche werden ver-eitelt durch die wirtschaftliche Schwäche und Indolenz derMassen. Erst dort, wo der Arbeiter fähig wird, seinen wirt-schaftlichen Vorteil zu erkennen und wahrzunehmen, thut erdas, was Gesetzgebung und Wohlthätigkeit nicht können: erbeseitigt jene, zwischen dem Mittelstande und den Arbeiternstehenden Schmarotzergewächse, wie den Kleinkrämer so auchden Arbeiterhauswirt. Nirgends sind die genannten Eigen-schaften aber in höherem Mafse mehr zu finden, als bei demenglischen Genossenschafter. Auch auf dem Gebiete derWohnungsfrage hat er den wichtigsten Schritt von der Theoriezur Praxis gethan.
Die Statistik über diesen Gegenstand ist leider unvoll-kommen. Es beruht dies darauf, dafs die mit dem Bau vonArbeiterwohnungen sich befassenden Gesellschaften nicht ineiner Rubrik des offiziellen Berichtes über die Arbeitervereineaufgeführt werden. Zum Teil sind sie eingetragen unter demGenossenschaftsgesetz, zum Teil in einem eigenen Register,soweit sie sich dem besonderen Gesetze über Baugesell-schaften unterwerfen. Von den letzteren, welche nach demBerichte des Chief Registrar von 1887 über ein Gesamt-vermögen von mehr als 50 Millionen SS (einer MilliardeMark) verfügten, steht es hinwiederum fest, dafs sie nichtnur von dem Arbeiterstande, sondern auch von den un-teren Mittelklassen reichlich benutzt werden, ohne dafs manirgend einem äufseren Merkmal die Grenze zwischen beidenentnehmen könnte. Endlich um eine zahlenmäfsige Klarheitnoch unmöglicher zu machen, haben zahlreiche Konsumvereineeine Abteilung für Häuserbau, ohne dafs sich aus ihren, demRegistrieramte eingesandten Belichten ersehen läfst, wieviel