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einer mir zugänglichen Schätzung vom Jahre 1884 nimmtman an, dafs die Genossenschaften damals zusammen etwa500000 £ (10 Millionen Mark) auf Häuserbau ausgegebenhatten, eine Summe, welche sicli bis heute auch verdoppelthaben kann. Nimmt man dazu, dafs das „cooperative Haus"das gewöhnliche englische Arbeiterhaus übertrifft , so ersiehtman daraus die Wichtigkeit der Genossenschaften auch indieser Hinsicht für die Hebung des Arbeiters. Unter demGenossenschaftsgesetze sind auch besondere Baugesellschaften(als „industrial and provident building societies") eingetragen.Auch sie gehören ausschliefslich dem Arbeiterstande an und sindnichts als cooperative Genossenschaften, die den Bauzweck inerste Linie stellen. Ferner ist der Arbeiterstand auch in deneigentlichen und einem besonderen Gesetz unterfallendenBaugesellschaften stark vertreten. Diese Gesellschaften, häufignur für vorübergehende Zwecke gegründet, ermangeln jeneseigentümlichen Gedankeninhaltes, dem die Genossenschaftendes Arbeiterstandes ihre Blüte verdanken.
Für letzteren bezeichnend sind insbesondere ihre Be-strebungen auf dem Gebiete der Erziehung. Dieselben sindein Beweis dafür, dafs die Genossenschaften vielfach wahreLebensgemeinschaften sind, bei denen die geschäftlichenZwecke nur äufserlich in erster Linie stehen. Hier einzu-rechnen ist alles, was für Hebung und Unterhaltung derMitglieder gethan wird. Diese Bestrebungen beruhen aufdem Bewufstsein der Genossenschafter, dafs sie verloren wärenfür den Fall, dafs das ältere, noch unter dem Einflüsseder christlichen Socialisten stehende Geschlecht nicht im-stande wäre, die Begeisterung für die Sache auf die jüngerenGenossen fortzupflanzen. „Wir alle wissen, dafs unter unssich Männer befinden, deren ganzes Leben im Dienste ihres
Enthusiasmus steht. Wir haben guten Grund zur Annahme,
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