Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
357
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daneben Zeitungen und Zeitschriften politischen oder volks-wirtschaftlichen Inhalts. Die Bibliotheken manches, insbeson-dere der älteren Vereine sind sehr reichhaltig und alle werdenviel benutzt. Die Pioniere von Rochdale errichteten bereits1849 eine Bibliothek, welche 1856 1000 Bände zählte. Sie warjeden Samstag geölfnet, während das aufserdem eingerichteteLesezimmer täglich jedem, der 2 Pence monatlich zeichnete,den ganzen Tag über offen stand. 1877 hatte die Bibliothek13 889 Bände vorwiegend wissenschaftlichen Inhalts und 37 316jährliche Benutzer.

Nachdem jedoch auf Grund derPublic Libraries Acts"öffentliche Bibliotheken allgemein geworden und dem Arbei-terstande zugänglich gemacht sind, ist das Bedürfnis nachgenossenschaftlichen Bibliotheken vielfach geschwunden 1 . Da-mit treten die Vorlesungen und Unterrichtsklassen unter denangewandten Erziehungsmitteln in den Vordergrund. Auchdie Unterhaltungsabende, Theegesellschaften, Theaterauffüh-rungen und Landpartien, wie sie die Genossenschaften über-all veranstalten, haben einen bedeutenden Erziehungswert.Sie haben die Sitten des englischen Arbeiters in einer Weiseverfeinert, dafs in keinem Lande der Welt der Fremde vondem Arbeiter gleich zuvorkommend behandelt wird , wie derreisende Nationalökonom zu seinem Nutzen gewahrt.

Die rein geselligen Vereinigungen der Genossenschafter,

1 Yergl. die bei Tb. Greenwood, Free Public Libraries, London,Simkin Oie. 1887 angegebene Gesetzgebung. Auch hier ging Lancashire voran, von dem einige Städte geradezu grofsartige freie Bibliothekenbesitzen. Aufser den von den Stadtbehörden aufgewandten Summensind für den genannten Zweck gegen 12 Millionen Mark durch privateWohlthäter beigesteuert worden. Besonders bezeichnend ist das allmäh-liche Zurücktreten der Nachfrage nach belletristischer Litteratur gegen-über der nach wissenschaftlicher. Auch heute noch gehört Carlyle zuden gelesensten Schriftstellern.