Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
362
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Wir gehen nunmehr zu denjenigen Produktivassociationenüber, welche wirklich genossenschaftlichen Charakter besitzen.Aber auch unter ihnen, wie sie sich in dem von der Gesell-schaft zur Beförderung genossenschaftlicher Produktion (coo-perative lahour association) herausgegebenen Verzeichnisse be-finden, ist die gröfsere Anzahl von geringem Interesse. Dortnämlich, wo ein handwerksmäfsiger Betrieb vorherrscht, istdie Bildung von Produktivgenossenschaften weder schwierignoch eigentlich eine neue Art von Betriebsform. Ist es dochgerade das eigentümliche des Handwerks, dafs bei ihm Arbeiterund Betriebsunternehmer noch dieselbe Person sind, dafs alsovon einer Teilung in Gewinn und Arbeitslohn nichts vorliegt.Dieser Charakter bleibt bestehen, wo mehrere solcher hand-werksmäfsiger Unternehmer sich zusammenschliefsen, um ge-meinsam zu arbeiten. Thatsächlich handelt es sich hier nichtum ein gewerbliches Unternehmen, sondern um eine Reihevon Unternehmen, welche sich nur durch Verabredung be-züglich Verteilung des zu erzielenden Gewinns verbinden.Es fehlt dagegen der einheitliche, auf Arbeitsteilung undAusnutzung einer mechanischen Triebkraft gegründete Arbeits-plan, der die gewerbliche Unternehmung der Großindustriekennzeichnet. Ob diese Vereinigungen von Malern, Buchbin-dern, Schuhmachern, Schneidern, Näherinnen, Sattlern u. s. w.,wie sie heute unter dem Namen von Produktivgenossenschaften,insbesondere in London , vielfach auftauchen, etwas neuessind, dürfte zweifelhaft sein. Ich möchte eher glauben, dafssolche Vereinigungen immer mehr oder weniger zahlreich be-standen haben und nur heute unter dem Mantel produktiv-genossenschaftlicher Versuche die Kundschaft des Publikumsauf sich zu lenken suchen.

Bei den soeben genannten Gewerben fehlt es noch andem einheitlichen Betriebsunternehmer, dem die Organisation