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Löhne als Gewinn den Arbeitern zugeschrieben werden. Da-her auch hier die in Hebdenbridge beobachtete Erscheinungdes fortwährenden Anwachsens des Gesellschaftskapitals; imDurchschnitt werden wöchentlich 20 £ den Arbeitern als An-teile zugeschrieben. Für die Generalversammlungen, welchedie Beamten der Gesellschaft wählen, gilt neben dem Grund-satz der Stimmengleichheit der Zwang persönlicher Abstim-mung — ein charakteristisches Merkmal der genossenschaft-lichen Form.
Folgende Grundsätze haben sich also durch die Erfahrungfür die Erhaltung des genossenschaftlichen Charakters als diewichtigsten ergeben: 1. Verzinsung und nicht Gewinnbetei-ligung des Kapitals; 2. Zwang der Arbeiter, durch Ansamm-lung der Gewinnanteile Mitglieder zu werden; 3. Maximal-grenze für die von einem Mitglied zu besitzenden Anteile;4. im Notfall zwangsweise Auszahlung der überschüssigenGeschäftsanteile. Wenn die Arbeiter die Zinsen mit ihremLohn garantieren, so dafs die Anteile thatsächlich von Dar-lehen kaum verschieden sind, so werden die Anteilbesitzerweniger geneigt sein, die .genossenschaftliche Form anzutasten,als wenn die Verzinsung hoch, aber unsicher ist 1 .
Leichter ist es, wenn von Seiten des Unternehmers eineAnnäherung an die Produktivgenossenschaft versucht wird,
1 Eigentümlich ist es zu sehen, wie die englischen Nationalökonomen— eine Folge des Nachwirkens der abstrakten Methode — von der Pro-duktivgenossenschaft viel erwarten, .ja in ihr das wichtigste Mittel zurLösung der socialen Schwierigkeiten erblicken. Abgesehen von Mill,dessen wir gedachten, sagt z. B. Prof. Fawcett: „Jeder, der überlegt, wasdie Cooperation bisher gethan hat, und was sie in ihrer Anwendung aufdie Gütererzeugung thun kann, mufs zu dem Schlüsse kommen, dafs wirauf sie mit mehr Vertrauen blicken können als auf jeden anderen Faktorzur Hebung der socialen Lage des Landes". Eine solche Ansicht über-schätzt die sittliche Reife des Arbeiterstandes.