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wie folgendes Beispiel lehrt. In Huddersfield war es einegrofse und rühmlich bekannte Firma, „Thomson and sons",deren Inhaber, von den Zeitideen ergriffen, freiwillig vonseiner Stellung als Unternehmer herabstieg und sein Geschäftin eine Produktivgenossenschaft verwandelte. Thomson pro-duzierte Wollstoffe besserer Art bis zu den feinsten Qualitäten.Seine Erzeugnisse hatten auf gröfseren Ausstellungen Medaillenund Preise davon getragen. Der Geschäftsgewinn war ein dementsprechend hoher und sicherer. Aber von den genossen-schaftlichen Gedanken sowie von Ruskin und Toynbee starkbeeinflufst, hat der Geschäftsinhaber in äufseren Erfolgen seineBefriedigung nicht gefunden. Er hat seinem Unternehmen einegenossenschaftliche Form gegeben, welche es zu einem derinteressantesten in England macht. Entsprechend ihrem Ur-sprünge tragen die Statuten der Genossenschaft einen monar-chischen Charakter. Der Geschäftsführer und frühere Geschäfts-inhaber, hat eine gröfsere Unabhängigkeit von dem Vorstand,als dies gewöhnlich der Fall zu sein pflegt. Dagegen ist dieStellung der Arbeiter hier noch günstiger als in den obenbehandelten Gesellschaften: das Kapital, welches, wie gewöhn-lich, in Anteile und Darlehen zerfällt, wird nur mit 5 °/o ver-zinst, ohne dafs die Arbeiter mit ihren Löhnen, wie in Burnley ,diese Zinsen garantieren. Vielmehr ist, wenn der Ertrag diegenannte Verzinsung nicht ermöglicht, nur bestimmt, dafsder nicht bezahlte Rest derselben von jedem künftigen Ge-winne vorweg abgezogen wird. — Was nach dieser Verzinsungübrig bleibt, ist Reingewinn; derselbe wird so verteilt, dafsnicht weniger als 10 °/o zum Reservekapital geschlagen werden,bis dieses 10 °/o des Gesamtkapitals beträgt. Vom Rest fallenfünf Neuntel dem Arbeiter zu und werden, wie bei den an-deren Gesellschaften, zu Gesellschaftsanteilen angesammelt, es
sei denn, dafs der Vorstand Auszahlung vorzieht. Der ge-
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