Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
393
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natürlich das, was die Kirche für die Hebung der unterenKlassen thut, nur andeutungsweise behandelt werden. Wennihre Bestrebungen jedoch völlig unerwähnt geblieben wären,so würde dem Bilde, das wir entwerfen, eine wichtige Farbegefehlt haben. Hervorzuheben ist auch, dafs in England nachEinführung des Schulzwanges eine öffentliche Gemeindeschulenur soweit besteht, als die Kirche und die Sekten den Volks-unterricht nicht in ihre eigene Hand genommen haben, ähnlichwie auch die Civilehe nur als subsidiäre besteht. Die englischeKirche nun unterrichtet in den von ihr geleiteten Schulenmehr Kinder als in allen weltlichen Gemeindeschulen zu-sammen unterrichtet werden, wie die Veröffentlichungen desUnterrichtsministeriums beweisen h

Handelt es sich doch für die Kirche heute um einenKampf ums Dasein. Die Entstaatlichung (disestablishmentand disendowment) ist bereits der Schlachtruf einer mäch-tigen politischen Partei. Nun scheint es zwar sicher, dafs dasselten energische Vorgehen der Kirche seit etwa fünfzig Jah-ren grofses in der Christianisierung des Arbeiterstandes leistet.Ob aber damit die Gefahr für den hierarchischen Bau derKirche geschwunden ist, scheint mehr als zweifelhaft. Dennder englische Arbeiter, soweit er überhaupt religiöse Interessenhat, ist ausgesprochen protestantisch und die in gelehrtenund vornehmen Kreisen stark verbreiteten katholisierendenNeigungen sind ihm unverständlich. Tragisch wäre es, wenn

1 Zahl von Kindern auf den Listen der Behörden.

188-5 1886 1887

In Schulen der Kirche 2 128 888 2 125 981 2 157 204

der Sekten (Methodisten etc.) 499 290 504 217 506 331

der römischen Kirche. . . . 230 904 237 3-57 245 700

in Gemeindeschulen 1553 066 1 638 270 1725 949

4 412 148 4-505 825 4 6-35184