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1 (1890)
Entstehung
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die hochkirchliche Bewegung, deren Kern der Puseyismusbildet, gerade durch die Christianisierung der Massen sich ihreigenes Grab bereitete.

Ist es mir gestattet, in dieser schwierigen Frage den ein-zigen nach meiner Ansicht vorhandenen Ausweg anzugebeneine Unbescheidenheit, für die ich meine englischen Freundegeistlichen Standes um Entschuldigung bitte so möchte ichfolgendes hervorheben. Die Kirche hat den Demokratisie-rungsprozefs, dem der Staat in diesem Jahrhundert unter-worfen wurde, nicht mitgemacht; sie hat noch heute einearistokratische Organisation, die einst dem agrarischen Gesell-schaftssystem entsprach; heute aber, da das Industrialsysteinaufgekommen ist, wird sie entweder fallen oder sich ihmebenfalls anpassen, d. h. sich demokratisieren müssen. Hier-zu aber besitzt sie die Fähigkeit, da sie doch für diemeisten ihrer Angehörigen auf protestantischer Grundlageberuht, daher eine weitgehende Beteiligung der Laien unddie Annahme einer demokratischen Synodalverfassung ihremWesen nicht widerspricht.

Während das Erwachsen der Kirche, wie die reaktionäreRichtung in ihr auf socialem Gebiet auf das segensreichstegewirkt hat, trägt die Geschichte der mit ihr zusammenhängen-den politisch reaktionären Bewegung den Charakter der Farce.Unter Puseys Einflufs bildete sich in Oxford während der vier-ziger Jahre ein Kreis von Studenten, meist Söhnen des hohenAdels. Zunächst ohne besondere politische Zwecke, wurdensie durch eine romantische Neigung für das Mittelalter unddie katholische Kirche verbunden. Sie fühlten sich im Ge-gensatz zu der neueren Entwicklung der englischen Gesell-schaft und sahen insbesondere in der Industrie den Feind,welcher die alte gute Zeit verdränge. Lord John Manners,der Führer dieser Studenten, die sich Jung-Engl and"