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auf das Leben anderer sowohl durch seine Person wie seinenBesitz den weitesten hülfreichen Einflufs hat. Wirtschaftlich-keit sei das Gesetz des Hauses: verschwende nichts und mifs-gönne nichts, sei einfach und weitherzig. Kümmere dich nichtdarum viel Geld zu machen, sondern viel aus dem Gel dezu machen; erinnere dich immer der grofsen, unvermeidlichenThatsache, dafs das, was ein anderer hat, nicht du habenkannst, und dafs jedes Atom jedweden Gutes, das du ver-brauchst, eine Quantität aufgewandten menschlichen Lebensbedeutet, Leben entweder aufgewandt zur Verhinderung undVernichtung von Leben oder zur Gewinnung von mehr Leben.Überlege, ob Luxus, selbst seine Schuldlosigkeit zugegeben,wünschenswert wäre, wenn wir deutlich vor unseren Augen dieLeiden, welche ihn begleiten, sähen. Luxus ist in der Zukunftin der That möglich, ein auserwählter und unschuldiger füralle und durch die Hülfe aller. Aber heute kann des Luxussich nur der Unwissende erfreuen; der grausamste Menschkönnte nicht bei seinen Festen schwelgen, hätte er kein Tuchvor den Augen. Hebe den Schleier, erblicke das Licht. —Wessen man heute hauptsächlich bedarf, ist der Wunsch nacheinem durch freudige Arbeit reichen Leben: freundliche undreizende Scenen in Garten und Feld, liebliche und erfreuliche inden Heimstätten der Menschen, Gesang von Vögeln und Gezirpvon Insekten, tief« Männerworte und helle Kinderstimmen.Wir brauchen das Beispiel von Menschen, welche zeigen, dafsdas Maximum der Freuden erreicht werden kann durch festewohl überlegte Sachlichkeit, bescheidene und arbeitsame Men-schen, welche für sich die Entscheidung treffen, glücklich inder Welt zu sein und nicht gröfseren Reichtum, sonderngröfsere Freuden zu suchen, welche als wichtigste Herrschaftdie Herrschaft über sich selbst ansehen und sich ehren in derruhigen Verfolgung des Friedens." Man denke an die von