— 410 —
Wenn Toynbee in Oxford beliebt und einflufsreich wurde,so trug hierzu bei, dafs er nichts weniger als Einflufs undAnsehen suchte. Er war in allen Dingen sachlich, stets un-fähig irgend eine persönliche Abneigung zu unterhalten, oderirgend etwas der Anerkennung wegen zu sagen oder zuthun. Hierin lag auch der Grund seines Erfolges als Rednerin Arbeiterkreisen, die er während der letzten Jahre seinesLebens vielfach aufsuchte; die Hörer empfanden, dafs derRedner nicht ein Klassen- oder persönliches Interesse ver-folge, sondern lediglich durch Mitgefühl getrieben werde: einwahrer Freund des Volkes neben so vielen vorgeblichen!Der Eindruck aber wurde dadurch noch erhöht, dafs viele unterseinen Hörern angesichts seines Gesundheitszustandes sich sagenmufsten, dafs hier ein junges, hochbegabtes Leben im Interesseanderer sich verkürze. Diese Persönlichkeit mufs man imAuge haben, um Toynbees Einflufs zu verstehen, der mit derZeit jenen Kreis von Freunden um sich sammelte, welchenach seinem Tode seine Gedanken weithin verbreiteten.„Das interessante und packende in seinem Leben", sagt einFreund von ihm, „war nicht, was er hervorgebracht hat, son-dern er selbst, d. h. seine Einfachheit und Selbstlosigkeit,sein liebenswürdiges Beispiel, seine Verschiedenheit von jedemanderen".
Bäumen und verwebt die Sterne in das Gewebe der eignen Gedanken.Man schaut von dem bleichen, übermenschlichen Mond zu den rötlichenLichtern der Fenster und hört gebrochene Noten von Musik und Ge-lächter und in der Ferne das klagende Gemurmel der Eisenhahn. — DasLehen liier ist sehr süfs und voll von Freude; zu Oxford, alles zusammen-genommen, ist das Ideal eines glücklichen Lehens mehr verwirklicht alsirgendwo. Ich meine das Ideal eines freundlichen, gleichen, geistigenVerkehres mit etwas von einem hellen Blick in die Zukunft, der sichdoch immer an der Vergangenheit stärkt, ein Buheplatz für die Seele inkünftigen Tagen, die dunkel und verworren und nichts als ein traurigesFehlschlagen sein mögen".