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zu bringen. In der That unterschied sich der Ton der Un-terhaltung und die geselligen Formen, welche ich bei deioben erwähnten Gelegenheit beobachtete wenig von den inden Mittelklassen herrschenden. Welchen Gegensatz zweierbenachbarter Volksleben weist der Besuch eines solchen Abendetwa mit dem eines Lorettenballes der Pariser Studenten auf.
Wie die Männer, so sind auch zahlreiche Damen dergebildeten Klassen bis in die Kreise der Aristokratie in Ar-beiterklubs thätig. So besteht z. B. im University-Club einmusikalischer, von einer Dame geleiteter Abend, die „Mufse-stunde" genannt, ein Verein für verheiratete Frauen, endlichein Nachmittag, an welchem Spiele für Kinder von Vereins-mitgliedern veranstaltet werden, eine Art Kindergarten, alleunter Leitung von gebildeten Frauen.
Ähnlich dem vorerwähnten Oxford-House-Club veranstaltetauch der University-Club Ausflüge; Einladungen von auswärtssind häufig. So waren z. B. Pfingsten 1888 ungefähr hundertMitglieder des Klubs in Oxford, wo sie von Studenten wieLehrern auf das freundlichste aufgenommen und bewirtetwurden. Bei alledem aber ist nicht zu vergessen, dafs der Klubnicht etwa von Wohlthätigkeit abhängt, vielmehr die Arbeiterseine Angelegenheiten selbständig verwalten. Neben den ge-selligen Zwecken des Klubs kommen eine Reihe wirtschaftlicherin Betracht. Er besitzt eine Darlehns-, wie eine Krankenkasse 1 ;ferner ist mit dem Klub ein Konsumverein verbunden.
1 Diese letztere hat zwei Klassen, eine für solche, die wöchentlich
1 d., und die andere für solche die wöchentlich 2 d. einzahlen. Dieersteren erhalten im Krankheitsfall wöchentlich während 2 Monaten denersten Monat je 5 sh. und den zweiten je 3 sh., die letzteren erhaltenin gleicher Weise je 10 sh. und je 6 sh. Die Kontrolle ist dadurch er-leichtert, dafs die Mitglieder sich persönlich kennen; im Krankheitsfallewerden die beiden nächstwohnenden Mitglieder ausdrücklich mit derBeaufsichtigung des Kranken betraut.