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2 (1890)
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Verlauf dieser Versammlungen, welche doch die elendestenMassen der Weltstadt in sich fal'sten, bewies, dafs selbst unterdiesen die eigentlicheGewaltpartei" kaum Boden hat.

So weit dieselbe aber Anhänger hat, ist sie nichts neues,sondern lediglich Fortsetzung der alten Chartisten, welche dieAusdrucksweise des Marxischen Socialismus angenommen haben.Für diese Kreise ist die sociale Frage nach wie voreineMesser- und Gabelfrage" geblieben, die, da keine Aussichtauf anderweitige Lösung vorhanden scheint, mit Gewalt ge-löst werden mufs. In der That ergiebt sich der Zusammen-hang der Chartisten mit den heutigen Socialrevolutionärenz. B. daraus, dafs in ihren Zeitschriften u. s. w. die verstor-benen Chartisten verherrlicht und die noch lebenden als Partei-genossen angesehen werden.

Wäre es auch denkbar, dafs eine so mächtige Bewegungmit so begeisterten Anhängern wie der Chartismus plötzlichverschwinde? Er verlor an Boden, indem die gelernten Ar-beiter in Organisation und Lohnkämpfen geeignetere Mittelzur Verbesserung ihrer Lage fanden, als diephysische Ge-walt", welche der Chartismus befürwortete. Dagegen lebteer im Londoner Proletariat fort, weil das letztere noch keinenAusweg gefunden hatte, seinen glücklicheren Genossen nörd-lich vom Trent nachzufolgen.

Aber die englische Socialdemokratie hat heute ihre Stellunggeändert und ist von revolutionärer Propoganda zu praktischerPolitik übergegangen; sie ist im Begriff, von einer Partei der Ar-beitslosen zu einer Partei der Arbeiter zu werden. Für dieseVeränderung ist bezeichnend das Eintreten von wirklichenArbeitern in ihre Reihen, insbesondere der dem GewerkvereinderEngineers" immer noch angehörigen John Burns undTom Mann .

Bezeichnend ist für diesen Umschwung: die Socialdemo-