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2 (1890)
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Socialdemokraten, dafs die sociale Frage an der Stimmurne zulösen sei, alsden grofsen Aberglauben des Jahrhunderts"und stellt als Ziel auf,den Fetisch der Gesetzgebung undder Gesetzgeber zu untergraben". Arbeiterschutzgesetze,welche die Regierungen anböten, seien nurein Mittel, in denAugen der Massen den Parlamentarismus wieder herzustellen,welcher doch auf das äulserste entwertet sei". Auch wendetman sich gegen den Vorschlag' des Achtstundentages, welcherlediglich als Agitationsmittel, insbesondere soweit er undurch-führbar ist, zur Erregung von Unzufriedenheit brauchbar sei.Ein Glück ist es, sagen die Revolutionäre, dafs von den Re-gierungen Bekämpfung auch der gemäfsigten socialistischenVorschläge zu erwarten ist; denn durch Annahme derselbenwürde Friede möglich und die vollständige Emancipation derArbeit für lange Jahre ausbleiben".

DieSocialistische Liga" befürwortet die Politik desLaissez-faire, weil sie am zerstörendsten wirke, also aus dementgegengesetzten Gesichtspunkte wie der ältere Liberalis-mus. Man hat zu warten, bis das gegenwärtige Systemin sich so morsch wird, dafs es zusammenbricht. Das ein-zige , was man inzwischen thun kann, ist Unterstützungaller Versuche, dasselbe zu erschüttern. So begrüfst mandie Bestrebungen der irischen Partei, nicht etwa aus demGesichtspunkte der notwendigen Decentralisation, wie dieSocialdemokraten, sondern alseinen Angriff auf die grofsereaktionäre Macht, die sich britisches Weltreich nennt". Daherauch die Sympathie mit dem Verbrecher als dem Märtyrerder heutigen Gesellschaft und dem Kämpfer gegen das Be-stehende. Das Beste, was die Revolutionäre hoffen, ist, dafsauf diesem Wege der Kampf täglich schärfer und bittererwerde, bis er zuletztin Niedermetzelung übergeht und offenen