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2 (1890)
Seite
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der englischen Gewerkvereine zu verkünden. Und in Thathaben sich Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahrefür die englischen Gewerkvereine bedeutende Schwierigkeitenaus dem Anwachsen der Zahl ihrer unbeschäftigten Mitgliederergeben, welche die Kassen der Vereine bedeutend in Anspruchnahmen. Die Ursache war die ganz anormal lange Dauer derGeschäftsstockung, ein Übelstand, gegen den übrigens auchder bureaukratische Staatssocialismus bis jetzt noch kein Mittelangegeben hat. Seitdem hat ein neuer Aufschwung statt-gefunden ; und wenn derselbe auch nicht so kräftig wie früherist, so hat er doch nicht blofs aufs neue die Gewerkvereins-kassen gefüllt, sondern diese haben auch durch Ausschreibungaufserordentlicher Umlagen während dieser Periode des Auf-schwungs sich für den Fall der Wiederkehr einer so langedauernden Depression gerüstet. So lange die Depressionennoch nicht perennierend geworden sind, müssen sich die Gegnerder Gewerkvereine noch auf das erhoffte Fiasko vertrösten.

Ein anderer Vorwurf gegen die Gewerkvereine ist, dafssie nur die gelernten Arbeiter umfafsten, dagegen aufser Standseien, der weit gröfseren Masse der ungelernten zu helfen.Und in der That umfafsten sie zur Zeit, als das Buch Bren-tanos erschien, nur erst die Mehrzahl der gelernten Gewerbe.Aber nichts, was die Lebensfähigkeit der Organisation mehrzu beweisen vermöchte, als dafs sich die letztverflossenenJahre durch eine geradezu erstaunliche Ausbreitung der Ge-werkvereine nicht nur unter denungelernten", sondern sogarunter den weiblichen Arbeitern auszeichnen. Welche Gründedies ermöglichten, ist weiter unten zu besprechen. Es ge-nügt, hier festzustellen, dafs die Summe aller Gewerkver-einler heute gegen anderthalb Millionen betragen mag, eineeher zu niedrig als zu hoch gegriffene Zahl nach einer mirseitens des früheren Sekretärs des parlamentarischen Aus-