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2 (1890)
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weit angesehenen Arbeiterführers berechtigt zvi der Annahme,dafs seine Anhängerzahl in Zukunft bedeutend anwachsen wird.

Nehmen wir etwas an, was allerdings nicht wahrschein-lich ist, dafs John Burns einmal die Erbschaft der bisherigenFührer anträte, und nehmen wir weiter an, was allerdingsnoch weniger wahrscheinlich ist, es wäre ein Stillstand inseinem bisher schon bemerkbaren Fortschritt zu gröfsererMäfsigung eingetreten, so wäre damit ein Mann an das Rudergelangt, welcher sich als Socialisten bezeichnet. Trotzdemkönnte auch in diesem Falle ein wesentlicher Unterschiedweder in den Zielen noch in der Taktik der Gewerkvereineeintreten. Das Ziel bleibt dasselbe: Hebung der Lage desArbeiters nach jeder Seite und mit jedem Mittel vom Boden desBestehenden aus. Auch John Burns will schon jetzt keinenGewaltakt, sonst hätte er nicht die Londoner ungelerntenArbeiter organisiert und damit diejenigen zu einem menschen-würdigen Dasein gehoben, welche doch bisher in England deneinzigen Zündstoff für den revolutionären Funken abgaben.Das oben besprochene politische Programm des Socialismusunterscheidet sich kaum von dem der Gewerkvereinler undwird, wenn es im Versuche seiner Verwirklichung mit denThatsachen zusammentrifft, noch vorhandene Anklänge anseinen utopistischen Ursprung abstreifen. War es doch gewifsder Umstand, dafs der Socialismus in der Gestalt eines prak-tischen Programmes auftrat, welcher viele englische Gewerk-vereinler mit diesem bisher so gefürchteten Namen versöhnte.Der Socialismus schien geschäftsmäfsig (business like") ge-worden, eine Eigenschaft, die für den englischen Gewerk-vereinler Vorbedingung des Interesses ist.

Aber auch ein Führer der Gewerkvereine, der sich Socialist nennt, könnte nicht viel anders vorgehen als die heutigenFührer. Er könnte lediglich durch Willensstärke und durch