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2 (1890)
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Mi r uns selbst lösen. Das Parlament, so sagt man uns, kanndiese Dinge nicht so gut für die Arbeiter thun, als dieseselber". Nachdem sodann auf einen Ausfall der kapitalistischen Times gegen die Koalitionsfreiheit Bezug genommen ist, heifstes weiter:»Laissez-faire« ist bisher der Schlachtruf unsererkapitalistischen Gegner gewesen, »Laissez-faire« rufen wirjetzt, indem wir mit unsern Zehntausenden, die zu Hundert-tausenden anschwellen, vorrücken". Dafs aber dieses Vor-gehen auf Grund des bestehenden gedacht ist, zeigt die Persondes Herausgebers H. H. Champion, der, obwohl er sich selbsteinen Socialdemokraten nennt, wiederholt erklärt hat, dafs ergegen jeden auf das äufserste ankämpfen würde, der gegendie Gesetzlichkeit verstofse, und der das Hauptverdienst hatum den glücklichen und gesetzlichen Austrag des Ausstandesder Dockarbeiter.

Sicherlich aber werden die Gewerkvereine, je mehrsie sich ausbreiten, desto mehr auch auf parlamentarischemKampfplatze eine Macht werden. Je mehr sie sich nämlichausbreiten, desto schwächere Arbeiterkategorien werden in dieOrganisation eintreten; und je schwächer diese Organisationensein werden, desto mehr wird ihnen der gesetzgeberische Weggegenüber dem kostspieligeren des Ausstandes empfehlenswerterscheinen. Es wird dann Gewerkvereine geben, welche alssocialistisch erscheinen, weil sie durch ihre Schwäche genötigtnach Staatshülfe rufen, und daneben andere, die stolz aufihre Stärke und eifersüchtig gegen jedwede fremde Ein-mischung, die Staatshülfe zurückweisen. Im Grunde äufsertsich ebensowenig in der Taktik der einen wie in der anderenein socialistischer Zug, sondern lediglich der Sinn fürs Prak-tische, der eben für die Gewerkvereine das Charakteristische ist.

Schon heute erblicken alle Gewerkvereinler eine ihrerwichtigsten Aufgaben in der Wahl von Vertretern der Arbeit