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2 (1890)
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merksamkeit der Gallerie auf sieh zu ziehen bemüht sind.Dies zeigt sich namentlich bei Arbeitern, die noch in denAnfängen der Organisation stecken, und auch in alten Vereinenmacht oft einJunger", der den Platz des alten Gewerk-vereinssekretärs haben möchte, diesem das Leben sauer. Aberum emporzukommen, sind doch noch andere Fähigkeiten nötigals die zum Reden, die nach Carlyles Vorwurf das einzigeErfordernis des modernen Staatsmannes ist. Und ist einGewerkvereinssekretär einmal fest im Sattel, so hört dasReden für die Gallerie ganz auf. In den Vordergrund trittdas Verwalten.

Betrachten wir den Lebensgang eines jener Arbeiter-führer, unter denen Verfasser mehrere persönlich zu kennenden Vorzug hat. In seiner Jugend lernt er die Arbeitpraktisch im Bergwerk, beziehungsweise in der Fabrik, indem Eisenwerke u. s. w. und zwar die Arbeit einesenglischen Arbeiters, welche heute anerkanntermafsen aufder ganzen Welt eine der intensivsten ist, d. h. in kürzesterZeit am meisten leistet. Keiner der heutigen Führer, dernicht früher selbst Arbeiter gewesen; verschliefsen doch dieorganisierten Arbeiter ihre Reihen gewerbsmäfsigen Politikernund Litteraten. Durch das Vertrauen seiner Genossen wirder zu einer Beamtenstelle des Zweigvereins, der am Orteseinen Sitz hat, emporgehoben. Er hat nunmehr die Rechteund Interessen seiner Schutzbefohlenen, die sich auf mehrerehundert belaufen mögen, wahrzunehmen, oft die Leidenschaft-lichkeit der Seinen zurückzukämmen, die Kassen des Vereinszu verwalten u. s. w. Er lernt mit der Feder umgehen,rechnen und was mehr ist herrschen. Sein Beruf führtihn in häufige Berührung mit den Arbeitgebern, sowie den po-litischen Führern der Stadt. Von beiden wird er achtungsvoll,