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genau, wie weit sein Gegner nachgeben mufs. Aber seinVersprechen gilt und er weifs es durchzusetzen.
Wenn ein solcher Mann in den Rat der Nation eintritt,so stellt er keine unerreichbaren Forderungen, wie sie nur allzuhäufig von der äufsersten Linken als Agitationsmittel in das Volkgeworfen werden. Seine Vorgeschichte hat ihn zum Gefühl derVerantwortlichkeit seiner Stellung erzogen. Er sucht greifbareErfolge, nicht Namen und Ruhm. Wenn seine Zahl im Par-lamente sich mehrt, wird die Gesetzgebung die Interessen derarbeitenden Massen eingehender als bisher berücksichtigten.Man mag das Socialismus nennen; aber stets wird es sichum Mafsregeln handeln, die aus praktischen Gesichtspunktenund nicht um der Theorie willen erlassen werden. Vor allemwerden solche Gesetze nicht begünstigt werden, welche,wie einige der heutigen Vorschläge des Socialismus pauperi-sierend wirken müfsten. Mafsregeln, welche die Interessender nationalen Industrie und damit des Arbeiters schädigten,werden von solchen Vertretern der Arbeit nicht befürwortet,wie das Verhalten der Baumwollenarbeiter Lancashires in derFrage des gesetzlichen Achtstundentages beweist. Allem voranaber werden für solche Arbeiterführer die Interessen des Ganzenstehen, von dem sie wie alle abhängen. In diesem Sinnesagte der frühere Bergmann und jetzige Vertreter der Berg-leute Northumberlands auf dem Kongresse zu Bradford 1888:„der Arbeiter ist Bürger und hat Interessen am Staate so gutwie persönliche Interessen, die aus seiner Arbeit sich er-geben. — — Die letzteren sind gewifs grofse und gewichtigeInteressen und für Leute, welche um das Leben kämpfen, vonsehr ernster Bedeutung. Aber weit üb,er diesen Interessenstehen die, welche ihn als Bürger angehen; was immer denFortschritt des Vaterlandes verhindert, wird auch den Fort-schritt der Industrie aufhalten und damit das verringern, was