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2 (1890)
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modernen Geistes ist, liegt in der Anerkennung gewerkverein-licher Verbündungen unter seinen Arbeitern. Nur allzu häufigwurden und werden Wohlfahrtseinrichtungen als Mittel zurBekämpfung der Arbeiterorganisation benutzt, während siegerade dann am lebensfähigsten sich erweisen, wenn dieGewerkvereine dafür zu interessieren sind, wie das obenerwähnte Beispiel der Abendschulen in Manchester zeigt 1 .

In folgenden Richtungen äufsert sich vorzugsweise einewirklich moderne und ehrlich gemeinte Arbeiterfürsorge. Vorallem unterstützt sie die auf Erziehung des Arbeiters gerich-teten Bewegungen, z. B. durch Beförderung von Universitäts -ausdehnungsvorlesungen und ähnlichem. Besonders scheintdie kunstgewerbliche und technische Erziehung der Arbeiterseitens denkender Arbeitgeber heute gefördert zu werden;in der That handelt es sich hier um eine Sache, welche fürdie Konkurrenzfähigkeit Englands dem Auslande gegenübervon gröfster Wichtigkeit ist. In dieser Richtung wird auchin Saltaire tüchtiges geleistet. Auch für die religiösen Be-dürfnisse ihrer Arbeiter sorgen nicht wenige Arbeitgeber.Der Graf von Meath 2 erzählt von einer Fabrik in Derby, inwelcher täglich vor Beginn der Arbeit in einem besonderenSaal eine kurze Andacht stattfindet, deren Besuch, obgleichfreiwillig, ein guter ist. Aber auch auf diesem Gebiete wirdder Arbeitgeber mehr wirken, wenn er selbständige Bewegungenfördert, z. B. die sogenanntenmissions", die in Gestalteiner Reihe von Predigten oder Vorträgen auswärtiger Geist-licher insbesondere zur Fastenzeit stattfinden. Hierher ge-hört auch Unterstützung der Mäfsigkeitsbewegung, wodurchder Arbeitgeber, und zwar in Zusammenarbeit mit vielen der

1 Vergl. oben Bd. I, S. 434.

2 Nineteenth Century 1888 S. 537.