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mufs; auch in Knabenvereinen wirken bereits vernünftigeLeiter auf Erziehung zur Selbstverwaltung. Ähnliche Vereinebestehen für die unverheirateten Arbeiterinnen, an welchensich nicht selten die Frauen oder Töchter der Fabrikantenbeteiligen. Das „Girls Pariour" der erwähnten Firma wirdzudem von einer Reihe von Damen aus der Nachbarschaftbesucht, welche die Mädchen für die Haushaltung vorbilden,insbesondere im Nähen, Schneidern, Stricken und KochenUnterricht erteilen. Auch hier tragen die Mitglieder einenTeil der Kosten (1 Penny wöchentlich). Die Zusammenkünftedes „Pariours" sind belebt durch Gesang, Recitation undMusik und am Samstag finden Unterhaltungsabende statt.Ähnliche Fürsorge für die in der Fabrik beschäftigten Frauenund Mädchen scheint nicht wenig verbreitet.
Wodurch unterscheiden sich diese Wohlfahrtsbestrebungenvon denen der älteren Zeit? Während die letzteren von demArbeitgeber als solchem ausgingen und seine wirtschaftlicheÜberlegenheit über die Arbeiter zum Ausdruck brachten, istder moderne Arbeitgeber auf diesem Gebiete lediglich einPrivatmann, dessen Beruf die Berührung mit dem Arbeitererleichtert. Er wandelt jenen bei Gelegenheit der Universitäts-bewegung erwähnten Männern nach, von deren Bemühungenum die arbeitenden Klassen die seinen in ihrem Wesen nichtverschieden sind. Wo der Arbeitgeber Menschenfreundlichkeitmit Verständnis der Zeit verbindet, wird wieder ein Verhält-nis persönlicher Zuneigung zwischen ihm und den Arbeiternmöglich, nachdem das alte patriarchalische durch die gewerk-vereinliche Organisation gebrochen worden ist. Gerade woes sich um hochbezahlte, fest gegründeten Gewerkvereinenzugehörige Arbeiter handelt, habe ich Beispiele gegenseitigenVertrauens gefunden, wie sie früher selten waren. Die Ar-beiter von William Mather zu Salford , fast ausnahmslos dem