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2 (1890)
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tion allen Gewinn hinwegschwemmen müsse. In den letztensieben Jahren sei auch thatsächlich die Arbeitszeit von zehnStunden durchschnittlich nicht überschritten worden. Wennnun diese Durchschnittszahl statt durch den Wechsel iiber-mäfsiger Arbeit und erzwungenen Stillstandes dadurch er-reicht werde, dal's der Staat für alle Produzenten eine Grenzeder Arbeitszeit festsetze, so müsse dies die Märkte regel-mäfsiger machen, die Preise höher halten und vor allem da-hin wirken, die jähen Geschäftsschwankungen zu mildern.Sollte aber als Folge der Gesetzgebung auch eine Steigerungder Produktionskosten eintreten, was von vielen bezweifeltwerde, so würde dieser Nachteil gegen den soeben besproche-nen Vorteil gering sein; denn diese Steigerung würde jeden-falls nicht in das Gewicht fallen gegenüber den Preisschwan-kungen, welche heute häufig ein einziger Markttag bringe.

Für den Arbeiter würden ferner die Vorteile einer Be-schränkung der Arbeitszeit grofs sein. Der Einwand, dafs sieLohnherabsetzung erleiden würden, sei schon deshalb nichtig,weil ja die Durchschnittszahl der Arbeitsstunden dieselbe blei-ben und nur der Wechsel von Überarbeit und Arbeitlosig-keit verringert werden würde. Dieser Wechsel aber sei das,was am meisten einer Hebung des Arbeiters im Wege stehe.Es sei sogar denkbar, dafs die Fabrikgesetzgebung durchSteigerung der Nachfrage nach Arbeit vielleicht auf die Löhnesteigernd wirken könne. Keineswegs aber würde eine solcheWirkung dem Arbeitgeber zum Nachteil gereichen. Allesnämlich, was den Arbeiter hebe, diene auch dem Arbeitgeber.Der wichtigste Vorteil der englischen Industrie über den aus-ländischen Mitbewerber bestehe darin, dafs sie diegeschick-teste und fleifsigste Arbeit auf dem Erdball" besitze. Hieraufberuhe, dafs die Produktion in England billiger sei als aufdem Festlande, und daraus lasse sich folgern, dafs eine durch