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socialen Revolution, vorhergeht. Wir hätten sie als den Vor-boten der Explosion, nicht als ein Zeichen noch unvoll-kommener Maschinerie zu betrachten, welches die Fortschritteder Technik beseitigen werden.
Wenn wir nun behaupten, dafs zwischen der grofsindustriellen *Entwicklung und den Interessen der Arbeit eine wechselseitigeAbhängigkeit besteht, so ist zunächst vor einem Mifsverständniszu warnen. Wir behaupten nicht eine Interessengemeinschaftzwischen Arbeitgeber und Arbeiter, worüber zunächst einigeWorte. Der Gegensatz ihrer Interessen ist in der Natur derheutigen Produktionsweise begründet. Beide haben sich in denRest zu teilen, der nach Abzug der Produktionskosten als Lohnund Gewinn auseinanderfällt. Höhere Löhne bedeuten — dieandern Faktoren unverändert angenommen — niedere Gewinne.Dieser Gegensatz, welchen Wohlfahrtseinrichtungen nicht ver-schleiern können, findet seine Entscheidung wie jeder wirtschaft-liche Interessengegensatz in einer Machtfrage. Es ist daher un-richtig zu behaupten, dafs hohe Gewinne an sich im Interesseder Arbeiter liegen. Frivol wird jene Behauptung dann,wenn sie die Form annimmt, dafs ein luxuriöses Leben derArbeitgeber im Interesse der Arbeiter sei. Hohe Gewinnesind es nur insofern, als sie die Möglichkeit einer Steigerungder Löhne gewähren. Auch ist dieser Gegensatz der Inter-essen durchaus nichts besonderes, sondern das allgemeine inder heutigen Wirtschaftsordnung. Eine reiche Ernte desamerikanischen Pflanzers erfreut das Herz unseres Baum-wollenspinners doch nur deshalb, weil sie die Möglichkeiteiner Herabdrückung der Baumwollenpreise eröffnet. Nichtanders steht der Arbeiter zu den Gewinnen der Arbeitgeber.
Dafs die englischen Arbeiter hohe Gewinne und ein luxuriösesLeben der Arbeitgeber keineswegs als in ihrem Interesseliegend ansehen, hätte der Berichterstatter der deutschen