Unternehmern angestellt waren, die bestimmte Leistungen inAkkord hatten, also von Leuten, deren ausschliefsliches In-teresse es war, die Kosten der Arbeit herabzudrücken. Siethaten dies nicht selten durch Anstellung höher bezahlterArbeiter.
Bekanntlich sind Angaben über die Produktionskostenbesonders schwer erhältlich; jedoch kann man durch Ver-gleichung der amerikanischen Verhältnisse, wo die Löhne nochhöher sind als in England — aufgewogen freilich durch höherePreise der Lebensbedürfnisse — das Untersuchungsfeld der-artig erweitern, um selbst bei Beschränktheit des zu Gebotestehenden Zahlenmaterials das Wirken der oben behauptetenTendenz deutlich zu erkennen.
Leider bezieht sich das von Brassey gegebene Material,auf das wir verweisen, nur auf die mittleren Jahrzehnte desJahrhunderts. Allein für die Baumwollenindustrie ist es mirgelungen, einige Angaben, welche auf die neueste Zeit herab-gehen, zu erhalten. Die Baumwollenindustrie ist jedoch fürvorliegende Untersuchung mehr als jede andere geeignet, weilbei ihr die Fabrikationsweise wie das Fabrikat in allen civili-sierten Ländern gleichartig und sie am vollständigsten zumGrofsbetriebe übergegangen ist. Es zeigt sich liier, dafsdie Kosten der Arbeit dort niederer sind, wo die höchstenLöhne bezahlt werden, d. h. in Amerika und England , als inLändern der niedrigsten Löhne, z. B. in den SpinnereienIndiens und Japans 1 . Daher man in letzteren diejenigenWaren mit Gewinn verfertigt, bei denen die Kosten der Ar-beit weniger in das Gewicht fallen gegenüber den Kosten
1 Die Fracht einer Tonne Baumwolle beträgt von Bombay nachLiverpool 22 sb. 6 p., die Rückfracht einer Tonne Garn nach Bombay12 sh. 6 p., zusammen 35 sh. Der Unterschied wirkt als Schutzzoll fürIndien.