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2 (1890)
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1867.Man findet draufsen die unvernünftige Anschauungverbreitet, dafs es für die Arbeiter ein Unrecht sei, ihre Ar-beit zum möglichst hohen Preise zu verkaufen; aber mandarf nicht vergessen, dafs Arbeit das einzige Ding ist, welchessie zu verkaufen haben. Das beste, was man thun kann, ist,der Sache ihren natürlichen Lauf zu lassen. Es ist ein grofserFehler seitens der Arbeitgeber anzunehmen, dafs immer dieniedrigst bezahlte Arbeit die billigste sei." In ähnlicher Weisesprach sich der bekannte Eisenindustrielle Sir Isaac LothianBell vor einer Versammlung der an dieser Industrie beteiligtenArbeitgeber Nord-Englands aus: es stehe auf Grund ein-gehender Untersuchungen fest, dafs die Löhne in Frankreich zwar viel niedriger, dennoch die Kosten des Ausschmelzenseiner Tonne Roheisen im ganzen weit gröfser seien als inMiddlesbrough , wofür mit als Erklärung diene, dafs 42 fran-zösische nicht mehr als 25 englische Arbeiter leisteten.

Das angeführte Buch Brasseys enthält wertvolle Angabenfür diese Frage in grofser Menge. Da das Buch vergriffen ist,so seien noch folgende Beispiele demselben entnommen. Beider Ausführung der North Devon Eisenbahn wurden anfänglich2 sh., dann 2 sh. 6 d., endlich 3 sh. bezahlt; unter sonst gleich-bleibenden Bedingungen sanken die Produktionskosten. Diegleiche Beobachtung wurde bei den umfassenden Drainierungs-werken in London gemacht. Eine ähnliche Erfahrung gewannder ältere Brassey 1842 bei dem Bau der Eisenbahn Paris -Rouen . Obgleich die englischen Erdarbeiter genau doppelt soviel erhielten als die französischen (5 sh. und 2 sh. 6 d.), sowurde dieselbe Arbeit billiger von englischen als von franzö-sischen Arbeitern verrichtet. Dieses Verhältnis wiederholte sichbei einer grofsen Anzahl festländischer, indischer und austra-lischer Linien. Hierbei ist zu bedenken, dafs die Arbeiternicht von Brassey selbst, sondern von kleineren Zwischen-