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stätigen Charakter geben, -nie er zu einer befriedigendenLösung der Arbeiterfrage unerläfslich ist 1 . Eine solche istdort kaum möglich, wo ein Gewerbe zwar als Produktions-weise die Form der Grofsindustrie angenommen hat, dagegensein Erzeugnis noch den handwerkmäfsigen Charakter, dersich in stetem Wechsel kundgiebt, bewahrt.
Ganz anders liegen die Verhältnisse in der Baumwollen-industrie, welche obwohl bei weitem jünger als die Wollen-weberei heute alle anderen Textilgewerbe an Wichtigkeit über-ragt 2 . Ihr ist der Reichtum Englands in erster Linie ent-sprungen und auch heute dürften ihr etwa nur die verschie-denen Zweige der Eisenindustrie zusammengenommen die Wagehalten 3 . Sitz der Industrie ist die einst ärmliche GrafschaftLancashire, heute der gewerbliche Mittelpunkt Englands . „WasManchester sagt, sagt London morgen", ist ein englisches
1 Yergl. hierüber den Schlufs dieses Buches.
2 Herr Sarauel Andrew, der Schriftführer der Baumwollenfabrikantenzu Oldham hat nachfolgende, die Baumwollenindustrie betreffende Dar-stellung durchzusehen die Güte gehabt und erklärt sie mir brieflich alsden Thatsachen entsprechend. Hierfür sowie für die Freundlichkeit,mit der er mir durch Lancashire den Weg gewiesen hat, sage ich dengenannten Herrn meinen Dank.
3 Die Exportverhältnisse für 1887 sind folgende:
Gesamtausfuhr an Gam 11379 485 £
- Baumwollengewehen .... 59 577 284 -
Summa 70 956 769 £
Davon betrug die
Gesamtausfuhr nach Ostindien an Garn ... 2 629 275 £
- Gewehen . . 17 965 776 -
Summa 20 595 051 £.
Der heimische Verbrauch ist nur zu schätzen; er wurde 1884 auf22 420 000 £ berechnet und schwankt seiner Natur nach wenig. DieGesamtproduktion dürfte 100 Millionen Pfund erreichen; den höchstenPunkt erreichte die Ausfuhr 1872 (über 88 Milk), den niedrigsten 1879(unter 64 Mill.).