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2 (1890)
Seite
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in unserem Falle dem Vorstände der Spinner zu Oldham,geliefert, welcher die Schlüssel aufbewahrt. Um 6 Uhr wer-den die Thüren des Lokals geschlossen; nur die Anwesendendürfen noch stimmen. Sodann hat der Vorstand des Bezirks-vereins den Kasten nach Oldham auf das Centraibureau zubringen. Dort wird er aufgeschlossen, die Stimmen werdengezählt und an demselben Abend noch das Ergebnis, ob Aus-stand sein soll oder nicht, verkündet. Während eines Aus-standes werden Anerbietungen der Arbeitgeber oder dieFrage des Nachgebens ohne solche auf dem gleichen Wegeentschieden.

Es ist klar, dafs die geschilderten Einrichtungen dahinwirken, die Zahl der Lohnkämpfe zu vermindern. Seit inNord- und Nord-Ost-Lancashire , einem Bezirk, welcher bei-nahe 2 /s der ganzen Baumwollenweberei in sich schliefst,der gemeinsame Ausschufs in Gebrauch kam, fand nur einAusstand der Weber statt gegen früher ein ungemeingünstiges Verhältnis. Er ereignete sich 1879, nachdem der ge-meinsame Ausschufs monatelang, aber ohne Erfolg, verhandelthatte. Die Arbeitgeber forderten 10 °/o Lohnherabsetzung,worauf die Arbeiter einzugehen sich weigerten. Der Ausstand,welcher im Frühjahr losbrach, dauerte neun Wochen, nach-dem die Arbeiter ein Schiedsgericht beantragt hatten, das dieArbeitgeber nicht annahmen. Wie in solchen Fällen selten,fiel der Sieg den Arbeitern zu, welche ihren Lohn behaup-teten und nur einen vorübergehenden, unbedeutenden Lohn-abzug erlitten. Seitdem wurde eine Reihe von Lohnfragenfriedlich von dem Ausschufs entschieden, bald zu Gunsten derArbeiter, bald der Arbeitgeber.

Bei den Spinnern liegen die Verhältnisse nicht ganz sogünstig. In der Zeit des geschäftlichen Niederganges 1877 bis

1880 waren dieselben einigemale auf dem Wege der Verhand-

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