Druckschrift 
2 (1890)
Seite
404
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Wie gesagt, ist es dieser vertragsmäßige Ausgangspunkt,,von dem die Löhnung unter der Skala abhängt. Seine Fest-setzung bestimmt, einen wie hohen Anteil die Arbeiter an demGewinsten erhalten. Er wird durch rein geschichtliche Gründebeherrscht, was sich darin zeigt, dafs man gewöhnlich voneinem zu bestimmter Zeit herrschenden Lohne, den beideParteien für normal ansehen, ausgeht. Nicht selten ist esder unmittelbar vor Beginn der Skala übliche, manchmalauch ein früherer Lohnsatz, so z. B. in der Kohlenindustrieder im Jahre 1871 herrschende. Dagegen hält es David Dale rwelcher in der Aufstellung von Skalen wie wenige Erfahrunghat, für angemessener, von einer längeren Zeitspanne, wodurchman den Einflufs vorübergehender Elemente ausschliefse, denDurchschnittslohn zu berechnen und diesen unter Erhöhungum einen geringen Prozentsatz (2 °/ 05 °/ 0 ) zum Ausgangs-punkt der Skala zu machen. Mit diesem Prozentsatz bezahltendie Arbeitgeber die aus dem Bestehen der Skala ihnen er-wachsenden Vorteile nicht zu teuer.

2. Die gleitende Skala ist aber des weiteren insofernkeineautomatische Festsetzung der Löhne", als auch daszweite Element, das Verhältnis, in dem die Löhne den Preisenfolgen, vertragsmäfsiger Festsetzung überlassen und der Ge-schichte zu entnehmen ist. Dieses Verhältnis wird meist mitProzentzahlen bezeichnet, so z. B. heifst es in den Skalenvon Durham, dafs bei jeder Schwankung des Preises um 2 cLdie Löhne um lV* °/ 0 fallen oder sinken sollen. Je höherdiese Prozentzahl gegriffen ist, desto bedeutenderen Ver-änderungen ist der Lohn ausgesetzt.

Da aber die wirtschaftliche Lage des Arbeiters eine ge-wisse Stetigkeit des Einkommens fordert, so hat dieses Be-dürfnis zu interessanten Versuchen der Graduierung der Skalen