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2 (1890)
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hat. Die Vorteile der Skala sind so handgreiflich, dals sichdie Arbeitgeber bereit erklären, sie mit einem gewissen Pro-zentsatz höherer Löhne zu bezahlen. Die Arbeiter behaupten,die Skala sei jenen 5 Prozent wert.

Weniger in die Augen fallend sind die Vorteile derSkala für die Arbeiter. Manche unter ihnen fürchten sogar,dafs die Arbeitgeber durch die Skalen verleitet würden, sichgegenseitig zu unterbieten durch Herabsetzung der Preise, dasie ja damit auch die Löhne erniedrigten. Diese Gefahr istunbegründet. Man vergifst nämlich, dafs die Arbeitgeberuntereinander konkurrieren und derjenige, welcher den nie-drigeren Preis fordert, damit nicht die von ihm zu zahlen-den Löhne, sondern die der ganzen Industrie drückt, was aufdie eigenen Produktionskosten nur einen ganz verschwinden-den Einflufs haben kann.

Dagegen gewähren die Skalen dem Arbeiter folgendenVorteil. Die Skala gewährt, obgleich auf den ersten Blickdas Gegenteil der Fall zu sein scheint, eine gröfsere Stetig-keit der Löhne, was für den Arbeiter sehr wichtig ist. Esist Thatsache , dafs ohne Skala die Löhne weit gröfserenSchwankungen ausgesetzt sind, indem sie dann den imaginären,in Extremen sich bewegenden Zeitungspreisen, nicht denweniger schwankenden thatsächlichen Preisen folgen. Auch sindSkalen nie aufgegeben worden, weil sie zu viel schwankten,sondern stets, weil sie nicht schnell und intensiv genug denWandlungen des Marktes folgten. Hierzu kommt, dafs sieder Industrie Stetigkeit verleihen und so die Möglichkeit desjähsten Wechsels, des von Arbeit zu Arbeitslosigkeit, ver-mindern.

Sir Joseph Pease beschreibt diese Wirkungen in seinemSchiedssprüche 1882 mit folgenden Worten: Die Skala gibtdem Unternehmer einen unzweifelhaften Vorteil im Wett-