Druckschrift 
2 (1890)
Seite
419
Einzelbild herunterladen
 

Ausstand unternahm er Anfang 1890 gegen Stückarbeit inden Maxim-Nordenfield-Works. Eine Lösung wird die Fragedadurch finden, dafs es auch in dieser Industrie Listen einzu-führen gelingt. So sind z. B. in Manchester solche zwischenArbeiter und Arbeitgebern zunächst für die in Überzeit zuverrichtenden Arbeiten vereinbart.

Ein allgemeiner Ausstand der Maschinenbauer ist seit 1851nicht vorgekommen. Auch kleinere Ausstände sind äufserstselten. Der in den letzten Jahren erfolgte Aufschwung desGeschäftes wurde dazu benutzt, die Lohnherabsetzungen, diegegen Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahreerlitten waren, wieder gut zu machen. Auch diese Lohn-bewegung vollzog sich über das ganze vereinigte Königreichauf dem Wege von Verhandlungen, Verträgen und Schieds-gerichten. So wurde 1888 zu Bolton eine Lohnfrage durchSchiedsgericht des Herrn Samuel Pope beigelegt. Der Schieds-spruch fiel zu Gunsten der Arbeitgeber aus, welehe jedochwenige Monate darauf die Vorteile, die ihnen der Schieds-spruch gewährte, durch Vertrag mit den Arbeitern aufgaben.Unter den Forderungen der Maschinenbauer bei dem AusstandeMärz 1890 in Nordengland stand bereits die Errichtung einerEinigungskammer vornan.

Dagegen erklärte sich der Generalsekretär der VereinigtenMaschinenbauer noch im März 1890 gegenüber dem ProfessorBrentano ebenso lebhaft gegen die allgemeine Einführung vonSchiedsgerichten in seinem Gewerbe, wie dies zwanzig Jahrefrüher der damalige Generalsekretär gethan hatte. Auch warendie Gründe dieselben wie damals:Wir sind stark genug,um ohne das auszukommen. Wir haben es nicht nötig." Auchhier heifst dies aber nicht etwa, dafs man Arbeitseinstellungendem Schiedsgerichte vorzöge. Sondern man scheut das Her-einziehen eines Nichtsachverständigen und glaubt auf dem

27*