den Stillstand des Londoner Hafens. Von da an griff dieBewegung lawinenartig um sich; zuerst auf die nördlicheSeite der Themse beschränkt, sprang sie auf die südliche über,sodafs am 29. August bereits 120000—150000 Arbeiterbeteiligt waren.
Der weitere Umstand, ohne welchen der Ausstand eben-falls undurchführbar gewesen wäre, war die Stellung der Be-hörden und der öffentlichen Meinung. Zweierlei trat in dieserHinsicht als Ergebnis derjenigen Entwicklung hervor, welche wirin vorliegendem Werke geschildert haben. Einmal fand sichder Arbeiter im Besitze der vollen Gleichberechtigung mit demKapital in der Verfolgung seiner wirtschaftlichen Bestrebungen.„Vor zwanzig Jahren" schrieb ein grofses liberales Blatt, die DailyNews „würde jeder Schritt der Arbeiter, vom ersten bis zumletzten, ein Vergehen gegen das Strafgesetz gewesen sein. —Die Herren Burns und Tillet säfsen längst hinter Schlots undRiegel. — Es hätte Blutvergiefsen im Ostend und Brand-stiftungen im Westend gegeben. — Heute weifs der Arbeiter,dafs er genau dieselbe Freiheit hat, für das, was er für einegerechte Sache hält, einzutreten wie ein Kapitalist oder einOberhausmitglied". Versammlungen unter freiem Himmelund Umzüge sind in England gesetzlich erlaubt; ebenso stehenöffentliche Sammlungen in Zeitungen wie auf den Strafsenjedem frei. Aber noch niemals hatte sich gröfseren Arbeiter-bewegungen gegenüber die Polizei so sehr jeder „Überwachung"enthalten. Man beschränkte sich lediglich auf Aufrechterhaltungdes freien Verkehrs und der Ordnung auf den Strafsen. Ver-sammlungen dicht vor den Thoren der Docks wurden ruhiggeduldet, ebenso die ausgestellten Wachposten der Arbeiter.Die Folge hiervon war, dafs der Ausstand des Londoner Pro-letariats jener Spitze gegen die staatliche Ordnung entbehrte,welche bisher, wenn auch verborgen und mittelbar, selten bei