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hätten, sei nicht ein einziges auf den Ausstand zurückgehendesVergehen zur Aburteilung an das Schwurgericht gekommen.
Aber die Arbeiter genossen mehr als volle Freiheit derBewegung. Wenn auch noch nicht, wie die Positivisten vonder Zukunft erwarten, die öffentliche Meinung Schiedsrichterinin Arbeitsstreitigkeiten ist, so wirft sie doch schon heute einschweres Gewicht in die Wagsehale. Gegen sie auszuharren,ist selbst dem Mächtigen kaum möglich. Dies zeigte sich zumersten Mal in gröfserem Umfang bei dem Ausstande der Dock-arbeiter, welche ohne die von dieser Seite gewordene Unter-stützung den Sieg kaum erfochten hätten.
Schien doch bisher in London die Arbeiterfrage unlösbar.'Das dort herrschende Massenelend wurde allgemein, wie Giftenes ausdrückt, als „der Stein in unserer Civilisation" empfunden.Nun sah man unerwartet denjenigen Weg dort beschritten,welcher die gelernten Arbeiter emporgeführt hatte. Zudemmufste der von den Dockarbeitern gemachte Versuch bei seinemriesenhaften Umfange auf Jahre hinaus die Lage Ostlondonsentscheiden. Daher das Interesse an dem Siege. Entsprechenddem in den beiden vorhergehenden Büchern geschildertenUmschwung der, socialpolitischen Auffassungen urteilte man,dafs ein gewisses Minimum der Lebenshaltung dem Arbeiterschlechthin zu gewähren sei, und dafs ein gewerbliches Unter-nehmen, welches nur unter der Bedingung Gewinn abwerfe,dafs es den Arbeiter zum „menschlichen Vieh" herabdrücke,besser zu Grunde gehe. Sachverständige Beurteiler erkanntendaneben an, dafs die Forderungen der Arbeiter die Dividendegefährdeten; aber man zog daraus nicht den Schlufs, dafsjene Forderungen unbillig, sondern dafs die Londoner Dock-anstalten geschäftlich verfehlt seien, wie sie in der That ver-altet sind und z. B. hinter denen Hamburgs weit zurückstehen.Die weitgehendsten Beurteiler aber kamen zu der Forderung