Druckschrift 
2 (1890)
Seite
442
Einzelbild herunterladen
 

442

der Verstaatlichung der Docks, was freilich, bezeichnend genug,als ein extrem socialistischer Vorschlag angesehen wurde.

Eigentümlich war, wie der öffentlichen Meinung die Geist-lichkeit voranging, welche ihre altüberkommene Stellung durchstete Berührung mit den Fragen der Zeit in England zu be-wahren verstand. So schrieb ein hochangesehener Geist-licher, der Dekan von Manchester , bei Beginn des Aus-standes:Ein packendes Beispiel der Selbstlosigkeit,der Genossenschaft und der Unterstützung des Schwachendurch den Starken haben einige nicht unmittelbarbeteiligte Gewerkvereine gegeben. Die Gewerkvereinsarbeiter,von denen ich mit aufrichtiger und erprobter Achtung undFreundschaft spreche, haben nach meiner Ansicht etwas sehrnotwendiges gelernt, nämlich dafs sie nicht zu dem ungelerntenund unorganisierten Arbeiter sagen dürfen: Wir brauchendich nicht. Staatsmänner aber und Organe der öffent-lichen Meinung jedweder politischen Richtung gestehen zu,was sie hoffentlich nicht wieder vergessen werden, dafs keinKapitalinteresse und kein Gesetz der Nationalökonomie dieLage jener entschuldigt". Während des Ausstandes veröffent-lichte die Gemeindegeistlichkeit der von den Dockarbeiternbewohnten Bezirke eine Erklärung dahin, dafs der bisherigeZustand derselben unbedingt einer Abhülfe bedürfe und dafsdie gestellten Forderungen auf eine dauernde Beschneidungder Übel in vernünftiger Weise berechnet seien.

Aber die Stellungnahme der öffentlichen Meinung unter-schied sich von ähnlichen Bewegungen früherer Zeit, in denenman einen gleich elenden Arbeiter vor sich hatte z. B. der fürEinführung der ersten Fabrikgesetze. Damals neigte mansich mitleidsvoll zu dem Armen, der für alle Zeit schutz-bedürftig sei. Diesmal verwies man auch ihn auf die eigeneKraft und, wenn man half, war es Hülfe zur Selbsthülfe. So